Linke starten Initiative

Ausstellung zu Lüdenscheid ohne NS-Aufarbeitung? Warnung vor Geschichtsklitterung

Museum vor Abendhimmel
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Die Museen der Stadt am Sauerfeld sollen nach Auffassung der Linken im Rat auch die Lüdenscheider NS-Vergangenheit aufarbeiten.

Die Partei Die Linke will die städtischen Museen in die Pflicht nehmen und fordert, die neue Dauerausstellung namens „Innovatia“ neu zu konzipieren.

Lüdenscheid - Wie Parteisprecher Otto Ersching und Fraktionschef Jupp Filippek sagen, reiche es nicht aus, die innovative Rolle der heimischen Industrie hervorzuheben. Stattdessen müsse die Lüdenscheider Geschichte gerade im Hinblick auf die Geschehnisse während der Nazi-Diktatur „sachgerecht aufgearbeitet und dargestellt werden“.

Wie es weiter heißt, habe Museumsleiter Dr. Eckhard Trox in einer Sitzung des Kulturausschusses selbst eingeräumt, dass es sich bei „Innovatia“ nicht um eine Ausstellung handele, „die man zutreffend als Stadtgeschichte bezeichnen könnte“.

Vorgänge im sogenannten Dritten Reich auszublenden, bezeichnen Ersching und Filippek als „Geschichtsklitterung“.

In der Erklärung der Linken heißt es, dass Lüdenscheid vom Bombardement weitgehend verschont geblieben sei. „Das galt aber nicht für die jüdischen Menschen, Sozialdemokraten und Kommunisten und nicht für die Zwangsarbeiter im Vernichtungslager Hühnersiepen.“

Auch die Exekution dreier Wehrmachtssoldaten acht Tage vor der Befreiung auf dem heutigen Rathausplatz gehöre zum historischen Gesamtbild. Ebenso der Kommentar des damaligen Chefredakteurs des Lüdenscheider Generalanzeigers, Dr. Wilhelm Ehmer, der dazu unter anderem schrieb: „Wer den Tod in Ehren fürchtet, stirbt ihn in Schande.“

So zitiert es der Lüdenscheider Historiker Matthias Wagner in seinem jüngsten Buch „Geschichte Lüdenscheids in der Zeit der Weltkriege, Demokratie und Diktatur 1914-1949“.

Nach Auffassung der Linken habe die junge Generation einen Anspruch darauf, dass die Stadt auch diese Aspekte Lüdenscheider Stadtgeschichte in den Museen am Sauerfeld darstellt.

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