Ausstellung mit Werken von Günter Grass eröffnet

Die Gäste der Vernissage erfuhren viel und Neues über den Zeichner Günter Grass.

LÜDENSCHEID – Eine einzige zeichnerische Auftragsarbeit hat der Nobelpreisträger Günter Grass zum 200. Geburtstag des Dänen Hans Christian Andersen angefertigt. 30 von ihm selbst ausgesuchte Märchen wurden entsprechend illustriert. 2005 wurden die Grass-Werke in Dänemark gezeigt. Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin unter dem Titel „Der Schatten“...

Einen Überblick über das zeichnerische Leben des Schriftstellers gab die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Conzen am Samstagnachmittag in den Museen der Stadt. Dort wurde fernab des Stadtfest-Trubels die kleine, feine Ausstellung mit insgesamt 43 Grafiken und Lithografien des Autos eröffnet. Das Grußwort für die Stadt sprach Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen und freute sich, dass nicht nur die Werke, sondern in zwei Wochen auch der Schriftsteller selbst in Lüdenscheid zu sehen sind: „Wir sind dankbar, dass wir das zeigen dürfen“, so Theissen mit Blick auf die Ausstellung.

Dr. Conzen stellte anschließend den Zusammenhang zwischen dem geschriebenen Wort und der Zeichnung in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. 1927 sei Grass in Danzig geboren, ein ungelernter Schreiber, aber ein gelernte Künstler. Eine Steinmetzlehre, das Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, danach der Wechsel an die Hochschule der Bildenden Kunst in Berlin, Meisterschüler Karl Hartungs, einem der ganz Großen in der deutschen Bildhauerei... Abstrakte Werke seien zu sehen, der Gegenstand selbst bleibe allerdings sichtbar, erläuterte die Expertin, dass im Laufe einer Zeichnung der Textkünstler die Oberhand gewinne. Das Schreiben sei ein langwieriger Prozess, das Zeichnen raffe die Zeit, die Grafiken seien für Grass gezeichnete Gedichte.

Das Interesse an der Ausstellungseröffnung war trotz des Stadtfestes erfreulich groß. Bleibt zu hoffen, dass der Besuch in den Museen nicht nachlässt. Am Sonntag, 26. September, wird Dr. Susanne Conzen um 15 Uhr eine kostenlose Führung anbieten. Die Werke selbst sind bis zum 3. Oktober zu den Öffnungszeiten der Museen am Sauerfeld zu sehen. - rudi

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