Wie der Komponist der "Dreigroschenoper" nach Lüdenscheid kam

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Der Lüdenscheider Kapellmeister Kurt Weill komponierte später die Dreigroschenoper".

Lüdenscheid – „Dort lernte ich alles, was ich über Theater weiß.“ So beschrieb Kurt Weill im Jahr 1938 in einem Interview mit dem „Brooklyn Daily Eagle“ sein kurzes Gastspiel als Kapellmeister am Lüdenscheider Stadttheater.

Dem Komponisten Kurt Weill begegnen die Besucher der Ausstellung „Weimar im Westen“ derzeit in den Museen der Stadt Lüdenscheid in Bild und Ton an der Sauerfelder Straße. Gezeigt werden im Rahmen der erweiterten Ausstellung Fotografien und die Briefe, die Weill aus Lüdenscheid an seine Familie schrieb – in Originalhandschrift.

Ein Zufall führte den später weltberühmten Komponisten der „Dreigroschenoper“ vom Dessauer Theater nach Lüdenscheid. Arthur Kistenmacher, der Direktor des Kurtheaters Norderney, hatte im Herbst 1919 die Gründung eines Stadttheaters in der Bergstadt beschlossen, unter anderem war die Position des Kapellmeisters zu besetzen. Mit einer Empfehlung seines früheren Lehrers Engelbert Humperdinck bewarb sich Weill für die Stelle und wurde engagiert.

Als Weill Ende Dezember 1919 mit dem Zug in Lüdenscheid eintraf, erwartete ihn dort alles andere als ein Traumjob. Noch am Bahnhof sagte man dem damals 19-jährigen, dass er bereits am Abend zu dirigieren hätte. Das Theater befand sich im ersten Stock im früheren „Hotel zur Post“ und warb mit dem verlockenden Angebot: „Nach dem Theater: Warme Küche“. Unter der musikalischen Leitung Weills begleitete das Orchester in der Lüdenscheider Theatersaison 1919/20 zahlreiche Aufführungen.

Am 16. Mai 1920 gab das Ensemble des Lüdenscheider Stadttheaters zum Abschluss der Saison seine Abschiedsvorstellung im Saal bei „Zapp“. Einen Tag später verließ Weill die Bergstadt. Der Kapellmeister hinterließ hier auch persönliche Spuren: Der Lüdenscheiderin Elli Happe, geborene Linnepe, widmete er sein „Streichquartett in h-Moll“. 

Die Ausstellung „Weimar im Westen“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wurde in Düsseldorf erstmalig gezeigt, bevor Lüdenscheid als zweite Station diente. Sie besteht aus begehbaren Würfeln, in denen multimedial die Weimarer Republik vorgestellt wird. In Lüdenscheid wird die Ausstellung ergänzt durch historische Exponate aus der Zeit um 1920. Ende März zieht „Weimar im Westen“ weiter. Der lokale Aspekt wird dann ergänzt und ausgebaut.

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