Ausstellung: Schicksalsweg der Russlanddeutschen

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Projektleiter Josef Schleicher (l.) und Dieter Utsch, stellvertretender BGL-Leiter, eröffneten die Ausstellung im BGL.

Lüdenscheid - Mit Vorurteilen aufräumen, Begriffe erklären, Familiengeschichten erzählen: „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“ lautet der Titel einer Ausstellung, die am Dienstagmorgen im Bergstadt-Gymnasium eröffnet wurde und für die Schüler auch am Mittwoch noch zu sehen ist.

Auf zahlreichen Stellwänden erfahren sie etwas über Migration und Integration sowie die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung. Denn schließlich wird die Präsentation, die unter Federführung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in ganz Deutschland unterwegs ist, vom Bundesinnenministerium gefördert.

Projektleiter Josef Schleicher eröffnete gemeinsam mit Dieter Utsch, stellvertretender Schulleiter, die Wanderausstellung, die anschließend in den Geschichts- sowie Russisch-Unterricht der Schüler integriert wurde. „Das Thema hat viel mit unserer Schule zu tun, vieles verbindet uns damit“, verwies Utsch auf den seit 20 Jahren angebotenen Russisch-Unterricht an der Schule und den damit verbundenen kulturellen Austausch mit Lüdenscheids Partnerstadt Taganrog.

Und so ging Josef Schleicher, nach eigener Aussage „selbst Betroffener“, in den Unterrichtsstunden auf die Ausreise von 100 000 Deutschen nach Russland vor 250 Jahren und die Gründung von mehr als 3500 Kolonien ein. Er thematisierte die Rückkehr der Familien nach Deutschland und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Verdeutlicht wurden diese anhand verschiedener Familienschicksale, die auf Schautafeln eindrucksvoll geschildert werden. „Denn die Jugend braucht Beispiele“, sprach Schleicher aus Erfahrung.

Aber auch mit typischen Vorurteilen auf beiden Seiten räumte der Projektleiter auf, erläuterte Begriffe wie Ausländer, Aussiedler und Asylant und spannte schließlich auch den Bogen zur aktuellen politischen Lage in der Ukraine. - kes

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