Ein Stück deutsche Geschichte

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Petra Wittmar und Dirk Vogel eröffneten am Abend ihre Ausstellung.

LÜDENSCHEID - Als ein „Stück deutsche Geschichte“ bezeichnete am Abend Dr. Susanne Conzen, Leiterin der städtischen Galerie, die Doppelausstellung, die die Fotografen Petra Wittmar und Dirk Vogel bis September an der Sauerfelder Straße präsentieren. Die eine – Petra Wittmar– zeigt in fast schon asketischer Fotografie den 8000-Seelen-Ort Medebach, der andere – Dirk Vogel – die Mutmacher der ehemaligen DDR.

Zuvor hatte Wolff-Dieter Theissen als Kulturdezernent im Rahmen der Vernissage die Grüße der Stadt überbracht und insbesondere den Verein der Kunstfreunde Lüdenscheid gelobt für ihre finanzielle Unterstützung und die vielfältigen Angebote, die dieser Verein bietet.

Die Dokumentation der Kleinstadt Medebach durch Petra Wittmar fasziniert vor allem dadurch, dass ihre Objekte trotz ihrer Einfachheit bildbeherrschend sind, die Bilder ihre Mehrdeutigkeit allerdings erst auf den zweiten Blick offenbaren. Das Dorf im Hochsauerland ist der Geburtsort der heute in Essen lebenden Fotografin, die sich in zwei umfangreichen Projekten mit dem kleinen Ort auseinander gesetzt hat. Ihre erste Serie, erarbeitet von 1979 bis 1984, zeigt den öffentlichen Raum, aber auch private Räume der Menschen. Die zweite Medebach-Serie, die fast dreißig Jahre später von 2009 bis 2011 entstand, ist ein eigenwilliges Werk, eingebettet in den typischen Dunst über dem Hochsauerlandkreis, das sich dem flüchtigen Blick des Betrachters kaum erschließt. Es bedarf einer eingehenderen Studie, damit sich die Details zeigen. Die Bilder hängen im Foyer.

Dirk Vogel porträtiert in seiner Serie 63 Menschen, die sich in der ehemaligen DDR für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben. In einfühlsamen Schwarzweiß-Fotografien zeigt er jeden seiner Darsteller in seiner Individualität. Vogel wurde 1969 in Lüdenscheid geboren, studierte Fotodesign an der FH Dortmund, arbeitet freiberuflich und entwickelte zahlreiche Porträtprojekte wie beispielsweise „Augenblicke – Porträts von Juden in Deutschland“.

Die Ausstellung ist bis zum 8. September zu sehen. Jeweils am 16. und 30. Juni, 14. und 28. Juli, 11. und 25. August und am 8. September finden ab 15 Uhr öffentliche Sonntagsführungen statt, einige von ihnen durch die Künstler begleitet.

Wie immer sind auch die Schulen auf die Ausstellung aufmerksam gemacht worden. Die Buchung einer Führung ist unter der Rufnummer Tel. 02351/171496 möglich. Die Galerie ist mittwochs bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. - rudi

Zur Ausstellung sind folgende begleitenden Bücher zu haben: „Gesichter der friedlichen Revolution“, Fotografien von Dirk Vogel, Robert-Havemann-Gesellschaft (Hg.), Berlin 2011, 19,80 Euro

Petra Wittmar – Medebach. Fotografien 2009-2011 38 Euro

Petra Wittmar - Medebach Fotografien 1979-1983, Göttingen 2007, 32 Euro, beide Wittmar-Bände für 55 Euro an der Infotheke erhältlich.

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