Ausstellung: „Mein Opa war der Beste“

Hausherr Dr. Eckhard Trox dankte vor allem den Initiatorinnen der Ausstellung, Ulrike Tütemann und Dorna Hatamlooy.

Lüdenscheid - Mit großem Publikumszuspruch wurde die Ausstellung „Meine Heimat, deine Heimat, unsere Heimat“ in den Museen der Stadt Lüdenscheid eröffnet.

Im Rahmen der Kooperationsveranstaltung des Vereins „Wir hier“, des Alevitischen Gemeinde- und Kulturzentrums Lüdenscheid, des Jugendtreffs Stern-Center, des Diakonischen Werkes (Fachbereich Migration) und der Adolf-Reichwein-Gesamtschule zeigen Jugendliche Gegenstände, die ihnen mit Blick auf den Begriff „Heimat“ viel bedeuten.

Dazu erzählen sie in schriftlicher Form dessen Geschichte und sind darüber hinaus auf jeweils einem großformatigen Selbstportrait zu sehen. Die Eröffnung der Ausstellung startete mit einer musikalischen Darbietung von Deniz Kutlu sowie zahlreichen weiteren Musikern, die gemeinsam ein alevitisches Gebetslied zum Besten gaben. Bürgermeister Dieter Dzewas ging im Anschluss auf diese Halbtonmusik ein und betonte, dass derartige, vor Jahren noch fremdartig anmutende Klänge, für viele Deutsche inzwischen längst zur Heimat mit dazugehören. In diesem Zusammenhang dankte er ebenso wie Museumsleiter Dr. Eckhard Trox im Anschluss den beiden maßgeblichen Organisatorinnen des Projektes, Ulrike Tütemann und Dorna Hatamlooy.

Nach den Eröffnungsansprachen folgte jeweils eine Darbietung der Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Gesamtschule und der Alevitischen Gemeinde, bevor die Besichtigung der Ausstellung begann. Hierbei standen auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler an ihren jeweiligen Exponaten für Fragen der Besucher zur Verfügung, die an diesem Nachmittag viele spannende und emotionale Geschichten in sich aufnehmen konnten. Darunter zum Beispiel die von Michéle Pandikow, die ein Foto von ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Celina nach deren Geburt mitgebracht hatte und von den Umständen berichtet, wie die Kleine zur Welt kam und Michéle selbst diese dramatischen Stunden erlebte.

Laureen Teichert gedachte dagegen auf besondere Weise ihres im letzten Jahr verstorbenen Opas, indem sie für den Fußball-Fan einen Stein in den BVB-Farben bemalte. „Mein Opa war der Beste“ schreibt Laureen in ihrem beigefügten Text. „Er hat alles für mich und meine Geschwister gemacht. Ich hatte ihn einfach so doll lieb.

Die Kette ihrer Uroma brachte dagegen Lea Jung für die Ausstellung mit. „Die Bedeutung der Kette ist für mich so groß, weil ich meine Uroma eben nie kennengelernt habe“, schreibt Lea. „Die Kette gab mir jemand aus der Familie und sagte, dass sie sehr wertvoll ist. Wenn ich sie sehe, anfasse oder umbinde, beschützt sie mich.“ Für das leibliche Wohl zeichnete an diesem Nachmittag der Verein „Wir hier“ verantwortlich.

Die Ausstellung wird voraussichtlich noch bis Ende Januar 2015 in den Räumen des Geschichtsmuseums zu sehen sein. In dieser Zeit sind auch öffentliche Führungen mit einigen der Jugendlichen geplant. - bot

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