Sportverein stiftet Pokale für die Rüstungsindustrie

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Versöhnliches zum Schluss: Die Ausstellung zeigt auch eine Reihe von Spielen und Büchern, die mit unbekannten Flugobjekten zu tun haben.

Lüdenscheid – Es ist keine harmonische Ausstellung, die da am morgigen Sonntag um 11.30 Uhr in den Museen eröffnet wird. Es ist eher das Zurechtrücken eines Bildes, das Lüdenscheid als beschauliche Knopf-Stadt zeigt.

„Friedliches Lüdenscheid?“, der Titel der Ausstellung, die bis zum 9. Februar gezeigt wird, trägt nicht ohne Grund ein Fragezeichen. Es ist die Aufgabe eines geschichtshistorischen Museums, auch Kapitel der Stadtgeschichte zu zeigen, die heute eher als dunkel bezeichnet werden, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox.

Lüdenscheid und die gesamte Region waren zu Beginn des Zweiten Weltkrieges führend in der Elektro- und der metallverarbeitenden Industrie. Dass hier nur marginal für die Kriegsmaschinerie des „Deutschen Reiches“ produziert wurde, sei, so Trox, eine „aberwitzige Grundannahme“.

So zeigt der Gang durch den Raum, der bis vor Kurzem noch der Mondlandung vorbehalten war, die Spitze einer V2-Rakete. Viele Dokumente und Fotos zeugen davon, wie sehr Lüdenscheider Firmen beteiligt waren. Zum Beispiel jenes Foto eines Lüdenscheider Sportvereins, auf dem die Sportler und Funktionäre Pokale stiften, um sie für den Krieg einschmelzen zu lassen. Exponate zu finden, sei schwierig, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Ursula Delhougne.

Sie hat anhand des Kriegstagebuches für Lüdenscheid aufwendige Recherchen betrieben. Eher versöhnlich stimmt der letzte Raum. Hier zeigt der UFO-Forscher Hans-Werner Peiniger einige seiner Forschungsergebnisse. Öffentliche Sonntagsführung werden durch diesen neuen, aber auch den sich anschließenden, „alten“ Teil der Ausstellung rund um die Beteiligung Lüdenscheider Industrie an Rüstung und Raketenbau angeboten.

Die Eröffnung beginnt am Sonntag um 11.30 Uhr in den Museen. Das Grußwort spricht Dr. Trox, die Einführung übernimmt Ursula Delhougne. Der Eintritt ist frei.

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