"Friedliches Lüdenscheid?"

Wer hat noch Objekte aus der NS-Zeit?

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Eine Torpedo-Batterie gehört zu den imposantesten Stücken der Ausstellung.

Lüdenscheid - Die Wechselausstellung in den Museen der Stadt, die unter dem provozierenden Titel „Friedliches Lüdenscheid?“ lief, hat in der Stadtgesellschaft zu zahlreichen Diskussionen geführt.

Denn der Beitrag der hiesigen Industrie zum militärisch-industriellen Komplex war bisher noch nicht so ausführlich in einer Ausstellung dargelegt worden. Die vorbereitenden Recherchen und die Auswertung des „Kriegstagebuchs des Rüstungskommandos Lüdenscheid“ während der NS-Zeit haben zudem neue Erkenntnisse erbracht, die insbesondere den immensen Umfang der Beteiligung unserer Region an den Rüstungsanstrengungen der NS-Zeit betreffen.

Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag enden, jedoch wird das Thema das Team des Geschichtsmuseums auch in Zukunft noch beschäftigen: Auch in der geplanten neuen Dauerausstellung wird die Geschichte der Stadt unter Kriegsbedingungen thematisiert werden.

„Friedliches Lüdenscheid?“ zeigt Produkte aus der heimischen Wirtschaft der ersten Hälfte der 1940er-Jahre: Teile der „Vergeltungswaffe“ V2 von der Firma Gustav Schmale, Stecker aus einem deutschen Heinkel He 111 von der Firma Busch-Jaeger, den Leitkranz für den ersten in Serie produzierten Düsenjäger Messerschmidt 262 von der Firma Gerhardi, einen Stahlhelm der Firma Basse und Fischer sowie Stahlhelmbeschläge von der Firma Dr. Francke & Co.. Doch das Museumsteam hofft auf noch weitere Objekte für die Sammlung.

Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was an Objekten noch in Lüdenscheider Haushalten schlummert, lädt das Museumsteam für Sonntag ab 15 Uhr ins Museum ein. Wer noch Objekte aus der NS-Zeit besitzt, von denen er der Meinung ist, dass sie aus regionaler Produktion stammen könnten, ist eingeladen, sie vom Museumsteam in Augenschein nehmen zu lassen. Darüber hinaus wird es ab 16 Uhr eine Führung und ab 16.30 Uhr eine Kurzführungen durch die Ausstellung geben, wobei der Schwerpunkt jeweils im Bereich der „Lüdenscheider Rüstungsindustrie“ liegen wird. Wer die Ausstellung besuchen will, bezahlt Eintritt ins Museum und für die Führung zusätzlich einen Euro.

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