Gegensätze in der Galerie Klee

Unterschiedliche Bilder zum Thema „Carnevale“ sind in der Galerie Klee zu sehen.

LÜDENSCHEID - Am Sonntagvormittag wird in der Galerie Klee an der Brügger Höh eine neue Ausstellung eröffnet. Sie trägt den Titel „Carne vale“ – aus gegebenem Anlass. Bis zum 13. April sind dort sehr unterschiedliche Werke zu sehen.

Der lateinische Name dieses alten Festes, Carne vale, also „Fleisch lebe wohl“ wird von mehreren Seiten gedeutet. Abschied vom Fleisch - also Fasten. Oder Erinnern an den Abschied von allem Irdischen, Fleischlichen. In heidnischen Zeiten war Fastnacht, um mit buntem Treiben und lautem Geschrei die Winter-Dämonen zu vertreiben. Heute sprengt man maskiert für ein paar Tage die bürgerlichen Ketten.

Das Doppelgesicht des Karnevals zeigt sich in der Ausstellung. Gegenüber stehen sich zwei Maler, die unterschiedlicher nicht sein könnten: So malt bzw. spachtelt der Bamberger Experimental-Künstler Hans Salomon-Schneider in sehr bunten Farben - Acryl und Öl, in denen man karnevalistische Ausgelassenheit, Konfetti und Luftschlangen sehen kann: „Aktuell male ich mit Acryl und abstrakt. Bedingt durch den Trocknungsprozess ist hier eine gewisse Schnelligkeit gefordert. Kunst ist für mich eine Form, das Leben auszudrücken, im lebendigen Fluss zu sein, eine Herausforderung, überraschende Momente, Freude und Genugtuung. Zweifel und Unzufriedenheit, das Wissen um Unzulänglichkeiten und besondere Freude, wenn ein Verkauf mit Wertschätzung zustande kommt“, sagt der Maler über sich und seine Arbeiten.

Simon Rosenthal, aus Lüdenscheid stammender Wahl-Dresdner, der zum dritten Mal in der Galerie Klee ausstellt und oftmals einen Hang zu gedämpften, eher mystisch anmutenden Farben hat, wartet auf mit Bildern, die unter anderem über die andere Seite des Karnevals, eben die des Abschieds vom Irdischen, sprechen, allerdings nicht ohne sich mit ironischen Zeichen darüber hinweg zu setzen, indem er zum Beispiel einem Schädel ein Narrenhütchen aufsetzt. Rosenthals Oeuvre wechselt zwischen farbig elegant ausgearbeiteten Ölbildern und teilweise colorierten Kohlezeichnungen, die skizzenhaft-genial das Karnevalistische andeuten.

Liebhaber des schwarzen Humors kommen auf ihre Kosten, aber auch die der abstrakten Farbkomposition. Die Galeristinnen laden ein zur Vernissage, die um 11 Uhr beginnt. Es spricht Dr. Peter Rosenthal. Die Künstler sind anwesend. Der Eintritt ist frei.

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