Aussehen der abendlichen Stadt wird sich wandeln

Nach dem Vortrag sahen sich Lichtplanerin Heike Müller und die „Bergstadtarchitekten“ ausgewählte Ziele vom Rathausplatz bis zur Wilhelmstraße an.

LÜDENSCHEID ▪ Ins Zentrum der Lüdenscheider Politik, den großen Ratsaal, rückten gestern die jungen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Bergstadtarchitekten“ vor, um sich von Heike Müller über Geschichte und Perspektiven der Lichtplanung in Lüdenscheid informieren zu lassen.

Die Stadt- und Lichtplanerin präsentierte eine lange Reihe von Projekten, mit denen die „Stadt des Lichts“ in den vergangenen zehn Jahren teilweise sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde – vom „Glühwürmchenpalast“ an der oberen Wilhelmstraße über die Versuche zur „Belebung“ von finsteren Fußgängertunneln und Parkhäusern bis zur Aktion gegen die Todesstrafe, bei der Lüdenscheider Kirchen vorübergehend bunt angestrahlt wurden.

„Lüdenscheid ist nicht die allerschönste Stadt, sie hat keinen Fluss, keine Hochhäuser wie in Frankfurt, aber sie setzt sich als ‚Stadt des Lichts’ in Szene“, hob Heike Müller die Bedeutung dieser Bemühungen um das Image der Stadt hervor. Und sie zeichnete ein sehr differenziertes Bild von der derzeitigen Situation, das auch die Probleme nicht aussparte: „Lüdenscheid hat unheimlich viele Leuchten und ein großes Durcheinander von Farben, Hüllen und Masken“, sagte die Expertin. Das absehbare Verbot vieler überalterter Lampentypen im Stadtraum sei wegen des davon ausgehenden Zwangs zu einer grundsätzlichen Neugestaltung eine Chance für die Stadt: „Wenn wir schon dazu verpflichtet sind, die Straßenleuchten zu erneuern, tun wir gut daran, das mit einem Gesamtplan für die ganze Stadt zu tun. Wir haben hier die Chance einer besseren Stadtbeleuchtung.“ Und sie entwarf das Bild einer Stadt, in der Gewerbe-, Wohn- und Innenstadtbereiche, Haupt- und Nebenstraßen durch jeweils unterschiedliche Licht- und Leuchtentypen optisch voneinander abgegrenzt werden. Dass durch die Erneuerung etwa die Hälfte der heutigen Energiekosten für die 8096 „Brennstellen“ der Stadtbeleuchtung eingespart werden könnte, war ein weiteres Argument für eine solche Rundumsanierung der „technischen Stadtbeleuchtung“. Dass diese gegenüber künstlerisch und ästhetisch ausgerichteten Projekten bisher zu kurz komme, merkte ein Besucher in der Diskussion an.

Licht-Designer Christian Breil nahm die Stadt im interkommunalen Vergleich jedoch in Schutz: „Lüdenscheid ist nicht weiter vorne oder weiter zurück als andere Städte – vielleicht sogar relativ weit.“

Bei einem Gang vom Rathausplatz bis zur Wilhelmstraße zeigte Heike Müller den Bergstadtarchitekten einige Aspekte der Stadt des Lichts vor Ort – so auch das „Goldschmiedehaus Nr. 19“ als ein Beispiel für eine gelungene Umgestaltung eines Hauses an der Wilhelmstraße. Das neue Schuhgeschäft „Andando“ an der oberen Wilhelmstraße ist ein weiteres gutes Beispiel für eine Neugestaltung der zentralen Einkaufsstraße im Sinne der neuen Gestaltungssatzung. Diese Geschäfte verbreiten auch abends ihren Charme. ▪ thk

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