Kulturbeirat auf den Weg gebracht

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Das Vermietungsgeschäft im Kulturhaus soll durch zusätzliche Hausmeisterstunden angekurbelt werden.

Lüdenscheid - Gut eine Stunde brauchten am Donnerstagabend Lüdenscheids Kulturpolitiker, um über den Kulturhaushalt 2016 abzustimmen. Diskutiert wurde lediglich über einen Antrag, die Zuschüsse an Vereine und Verbände nicht zu streichen, den Björn Weiß für die CDU formulierte.

Man könne, so die Christdemokraten, den zahlreichen Mitgliedern der Lüdenscheider Vereine und Verbände nicht vermitteln, „weshalb 9000 Euro gestrichen werden, wenn gleichzeitig Steuern und Gebühren erhöht werden“. Für die Verwaltung erläuterte Kulturmanager Stefan Frenz, dass seit 2011 durch die Vereine nur noch 4500 bis 5500 Euro überhaupt abgerufen wurden. Gleichwohl Rolf Breucker (SPD) den fehlenden Deckungsvorschlag im Antrag der CDU monierte, stimmte der Ausschuss schließlich mehrheitlich dafür, für 2016 insgesamt 5500 Euro bereit zu stellen und für 2017 neu zu verhandeln.

Die Haushalte der Kultureinrichtungen wurden anschließend nacheinander abgehakt. Mit Blick auf den Haushalt des Kulturhauses hatte die CDU im Vorfeld der Sitzung einen Antrag formuliert, für das Kulturhaus eine zusätzliche Hausmeisterstelle zu genehmigen. 313.500 Euro Einnahmen stehen derzeit 366.212 Euro Ausgaben gegenüber. Die Differenz könne nicht durch den Kartenverkauf aufgefangen werden.

Durch eine zusätzliche Hausmeisterstelle hofft man seitens der Christdemokraten auf eine Intensivierung des Vermietungsgeschäftes. Finanziert werden könne dies durch die Mehreinnahmen aus der Vermietung und über die Anhebung der Kartenpreis um einen Euro. 

Auch hier hatte Kulturmanager Frenz bereits Zahlen parat: „Beide Mehreinnahmen decken das nicht.“ Allerdings sei im Stellenplan eine Viertelstelle vorhanden, und man könne diese auf eine halbe Stelle aufstocken. Das schaffe die Möglichkeit für das Kulturhaus, auf zehn Wochenstunden hausmeisterliche Tätigkeit mehr zurückgreifen zu können – ein Kompromiss, mit dem die Ausschussmitglieder mehrheitlich leben konnten. 

Die Stelle der Veranstaltungsreferentin wurde – ebenfalls auf Betreiben der CDU – für drei Jahre festgeschrieben mit ein- und derselben Person, um eine solide Grundlage für die Akquise neuer Mieter zu schaffen.

Auf der Tagesordnung stand ein Antrag der SPD, der alle privaten Kulturtreibenden der Bergstadt angeht. Sebastian Wagemeyer und Fabian Ferber machten sich dafür stark, einen Kulturbeirat ins Leben zu rufen. „Eine Plattform für alle Kulturtreibenden und auch diejenigen, die die passende Infrastruktur zur Verfügung stellen“, so Wagemeyer, um eine Vernetzung und Synergie-Effekte nach vorn zu bringen. Einen Eingriff in die Kompetenz der Einrichtungsleiter bedeute die Schaffung eines solchen Kulturbeirates nicht, versicherte Kulturausschussvorsitzender Norbert Adam. Und auch die Frage Gerhard Amelns nach den Kosten beantwortete Ferber mit einem „Ich sehe nicht, dass da Kosten entstehen.“

So wurde der SPD-Antrag angenommen. Der Rat muss nun endgültig über einen solchen Beirat entscheiden.

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