Denn vieles ist dann schnell unbrauchbar...

Ausmisten in Corona-Zeiten: Ärger über Altkleiderflut an Sammelstellen

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Neben den Sammelcontainern werden Schuh- und Kleiderspenden schnell unbrauchbar.

Märkischer Kreis – Viele Bürger haben die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Krise genutzt, um ausgiebig ihre Kleiderschränke aufzuräumen. Das führte zu einer regelrechten Spendenflut.

Der Märkische Kreis sammelt zusammen mit seinen caritativen Kooperationspartnern seit Jahren Altkleider und Schuhe. Bereits 2019 konnte die gesammelte Menge um 20 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. 

Damit dies so weitergeht, bittet die Kreisverwaltung alle Bürger, keine Kleidersäcke vor oder neben überfüllte Sammelbehälter zu legen und Kleiderspenden nicht mit bekleidungsfremden Gegenständen zu vermischen. 

Vielerorts sind die Sammelcontainer überfüllt oder verschlossen. Häufig werden dann die Altkleider oder die Schuhe einfach auf oder neben die Behälter gelegt. Da eine Abfuhr der Container nicht immer zeitnah erfolgt, ist die Kleiderspende nach einem Regenguss unbrauchbar. 

Zudem vermüllt der Stellplatz zunehmend, weil nicht nur Textilien abgelegt werden, sondern in der Regel auch Abfälle. Für die caritativen Sammler ist das ein doppelter Verlust. Wertvolle Textilien gehen verloren und es entstehen enorme Zusatzkosten. Hierdurch sinken die Erlöse, die sonst sozialen Zwecken zugutekommen würden. 

Gut erhaltene und qualitativ hochwertige Textilien lassen sich am besten vermarkten. Die Kleiderspende sollte sauber und trocken sein. Zudem ist darauf zu achten, in welchen Container die Spende geworfen wird. Es gibt immer noch illegal aufgestellte Sammelcontainer. 

Im Märkischen Kreis weisen allerdings die Behälter mit dem blauen Logo und der Botschaft „Diese Sammlung ist garantiert für einen guten Zweck!“ auf eine seriöse Textilsammlung hin. Initiator ist die Kreisverwaltung. 

„Wir haben in der Summe schon 12.865 Tonnen sammeln können, alleine 2350 Tonnen im letzten Jahr“, sagt Hans-Joachim Grevers, der die Projektorganisation übernommen hat. Besonders hervorzuheben sei, dass rund 55 Prozent der erfassten Alttextilien und Schuhe wiederverwendet (Second-hand) und 39 Prozent recycelt werden, um beispielsweise Malerflies herzustellen. 

Der Rest der Spenden ist nicht mehr zu gebrauchen. Diese tragen bei der thermischen Verwertung aber noch zur Erzeugung von Strom und Fernwärme bei. Rund 640 Depotcontainer können die Bürger nutzen, um ihre Spenden einzuwerfen. Hierdurch konnte die Sammelmenge über die letzten sieben Jahre kontinuierlich gesteigert werden.

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