Fassade als Bildfläche

Auschwitz-Befreiung: Illumination am Alten Rathaus

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Wird nächste Woche zur Projektionsfläche: das Alte Rathaus, in dessen Keller die Lüdenscheider Gedenkzellen an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern.

Lüdenscheid – Es war eine Tat von historischem Ausmaß: Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Nächste Woche jährt sich das Ereignis zum 75. Mal. Aus diesem Anlass ist die Beleuchtung von 104 NS-Gedenkstätten in ganz Deutschland geplant. So auch in Lüdenscheid.

Die Initiative dazu kam von der „Topografie des Terrors“, eine in Berlin ansässige Stiftung, die auf Dokumentation und Aufarbeitung von NS-Verbrechen fixiert ist.

Allein mit einer Illuminierung indes wollen sich die Aktiven vom Lüdenscheider Gedenkzellen-Verein nicht begnügen. Sie beteiligen sich an dem Projekt und peilen an, die Außenfassade des Alten Rathauses – im Keller des Gebäudes sind bekanntlich die Lüdenscheider Gedenkzellen untergebracht – mit historischen Film-Sequenzen anzustrahlen. Vom 27. bis zum 31. Januar, jeweils von 17 bis 20 Uhr. Von der Wilhelmstraße aus können Bürger die Collage aus Bildern und Tönen erleben. Die Losung dabei: „Licht gegen Dunkelheit“.

Im Zuge der Aktion wird laut Matthias Wagner vom Gedenkzellen-Verein an dem Gerüst, das derzeit aus Renovierungszwecken am Alten Rathaus steht, eine Leinwand montiert. Auf der ist während besagter Zeit in Dauer-Schleife eine zehnminütige Mischung aus insgesamt drei historischen Filmen zu sehen. Eine Pause gibt es allerdings am Dienstag, 28. Januar, von 17.30 bis 18 Uhr – dann steht hinter der Stadtbücherei wieder die jährliche Holocaust-Gedenkfeier an.

Christian Bley vom Vorstand des Gedenkzellen-Vereins hat durch umfängliche Archivarbeit das Filmmaterial aufgestöbert und daraus ein Extrakt zusammengestellt. Die Filmausschnitte zeigen dabei die Einweihung des Denkmals „Der erwachende Jüngling“ 1935 an der Parkstraße, den nationalen Siegesrausch auch in Lüdenscheid nach dem Frankreichfeldzug der Wehrmacht 1940 sowie die spätere Bombardierung und deren Folgen im Lüdenscheider Stadtteil Wermecker Grund. Matthias Wagner zufolge sollen die Film-Sequenzen die „Verführbarkeit der Menschen durch den Nationalsozialismus“ und die Schrecken des Krieges in den Blick rücken.

An allen Vorführungstagen sind die Gedenkzellen von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Außerdem stehen Mitglieder des Gedenkzellen-Vereins an der Wilhelmstraße für Gespräche bereit und verteilen Info-Flyer.

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