Bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest: So arbeitet der Krisenstab

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Kreisveterinär Dr. Jobst Trappe (links) und Krisenstableiter Volker Schmidt leiteten die Übung.

Lüdenscheid - Das Szenario gab es in dieser Form noch nie, doch ganz auszuschließen ist es auch nicht mehr: Nach einem Fall in Belgien ist die Afrikanische Schweinepest näher an Deutschland herangerückt. Grund genug für die Verantwortlichen des Krisenstabs beim Märkischen Kreis, sich mit einer Übung auf den Ernstfall vorzubereiten. 

Die Meldung kommt um kurz nach 9 Uhr: Ein am Wochenende im Quellbereich des Krummenscheider Bachs in Lüdenscheid gefundener toter Frischlings-Keiler wurde positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet. Sofort tritt der Ablaufplan zur Bekämpfung der Krankheit in Kraft, inklusive aller Sofortmaßnahmen: Der Landrat ist unterrichtet, der Krisenstab aktiviert. 

Es war ein Szenario, das es in dieser Form im Märkischen Kreis noch nicht gegeben hat – ein Szenario, das jedoch auch nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Denn: Erst im Herbst war in Belgien ein Fall der ASP bekannt geworden.

Grund genug für die Verantwortlichen des Märkischen Kreises, eben diesen Ernstfall einmal durchzuspielen, die Abläufe mit allen Beteiligten zu koordinieren und zugleich Schwachstellen aufzuzeigen. Denn: „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nie, aber man kann sich so gut wie möglich vorbereiten“, hieß es gestern von den Verantwortlichen. 

Und so hatten sich am Morgen etwa 40 Mitarbeiter aus dem Krisenstab, dem Veterinärwesen, Fachberater und externe Behörden und Stellen im Katastrophenschutzzentrum im Kreishaus eingefunden, um sich mit dem Fall der Fälle auseinanderzusetzen. Damit waren sie übrigens nicht allein, denn eine Anregung des Landes sieht entsprechende Katastrophenschutzübungen in ganz NRW vor, die zum Teil auch schon stattgefunden haben.

 Im Lüdenscheider Kreishaus ging es gestern ganz konkret darum, ein gefährdetes Gebiet zu definieren und eine Kernzone um den Ausbruchsherd einzurichten – um ein Ausbreiten der Pest zu vermeiden. 

Wie groß dürfen die Zonen sein? Welche Schweinezuchtbetriebe liegen in den betroffenen Bereichen? Wie grenzt man die Kernzone ab, beispielsweise mit Zäunen? Es kamen viele Fragen auf den Tisch, die eines deutlich machten: Im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest kann dies gravierende, ja existenzbedrohende Folgen für die betroffenen Betriebe haben: Befinden sie sich in der Kernzone, kommt es auf dem Betrieb zum Stillstand, befinden sie sich in der Gefährdungszone, dürfen sie unter strengen Auflagen weiterarbeiten. Und das gilt auch für land- und forstwirtschaftliche Betriebe – eine Tatsache, die auch die Revierinhaber und -förster, aber auch die Landwirte sowie den Landesbetrieb Wald & Holz beschäftigte. 

„Wir brauchen eine Checkliste, was im Fall der Fälle in welcher Zone für wen erlaubt ist und was nicht“, lautete denn auch eines der Ergebnisse der Krisenstabübung, die am Ende vor allem eines war: die Möglichkeit sich auszutauschen, seine Sorgen und Ängste loszuwerden und sich über gewisse Szenarien zu informieren. 

„Das Ziel der Übung wurde erreicht, der Informationsbedarf der Beteiligten, von denen viele sonst nicht im Krisenstab sitzen, war groß“, lautete denn auch das Fazit aller Beteiligten. Ebenfalls ein Ergebnis der Veranstaltung: Auch für die Öffentlichkeit sollen nun Konzepte erarbeitet werden, um im Ernstfall alle Betroffenen bestmöglich informieren zu können.

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