Ausbildungsstart: Bis zum 1. August stellen Betriebe noch ein

Karin Käppel, Chefin der Arbeitsagentur in Iserlohn.

Lüdenscheid - Noch am 13. Juli hat Wigger Automobile in Lüdenscheid gemeldet, dass man noch einen Kraftfahrzeugmechatroniker sucht. Ausbildungsbeginn: 1. August.

Die Kiersper Gynäkologin Dr. Heike Marrenbach-Knipp würde noch eine Medizinische Fachangestellte ausbilden. Auch hier sind es gerade zwei Wochen bis zum Ausbildungsstart zum Monatsbeginn.

718 Ausbildungsstellen hatten Betriebe, Verwaltungen und Dienstleister in Lüdenscheid für dieses Jahr gemeldet, so viele wie nie zuvor. Im Krisenjahr 2009/2010 waren es nicht einmal 500 (ebenfalls Juni-Wert) gewesen. Seitdem steigt das Interesse an Nachwuchs in Lüdenscheid kontinuierlich an.

Weniger stark, zwischen 600 und 700 Bewerbern, schwankt die Nachfrage. Genau 628 Bewerber waren es bis zum Ende des Monats Juni. Aktuelle Zahlen werden wieder Anfang August erwartet.

261 Lehrstellen unbesetzt

Was rechnerisch auf den ersten Blick für alle Beteiligten gut aussieht, lässt in der Praxis aber viele Unternehmen wie Jugendliche hilflos zurück. Nach aktuellem Stand gelten 235 Bewerber als unversorgt. Auf der anderen Seite konnten 261 Unternehmen in Lüdenscheid ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen.

Im vierstelligen Bereich bewegen sich die Diskrepanzen natürlich beim Blick auf den gesamten Märkischen Kreis, in dem bei 2771 gemeldeten Ausbildungsstellen (Stand Ende Juni) 2825 Bewerber registriert waren. 1142 unbesetzte Lehrstellen melden die Unternehmen kreisweit, aber 1024 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einer Ausbildung.

„Es gibt noch tolle Chancen, und auch nach dem 1. August werden noch Ausbildungsstellen vergeben. Ich bitte alle Jugendlichen, sich die Ausbildungsstellenangebote, die nach wie vor in der Jobbörse zu finden sind und über die Berufsberatung versandt werden, anzusehen und sich noch zu bewerben“, appelliert daher Karin Käppel, die Chefin der Arbeitsagentur in Iserlohn, an die jungen Erwachsenen, die noch auf der Suche sind.

Chancen können sich aber noch schnell und zufällig ergeben, wissen die Fachleute in den regionalen Arbeitsagenturen. Denn immer wieder träten Azubis sehr kurzfristig die Lehrstelle nicht erst an, womit die Unternehmen in Zugzwang kommen, um die Stelle noch kurzfristig nachzubesetzen.

Chancen durch späte Absagen

An diese Arbeitgeber denkt die Agenturleiterin mit der dringenden Bitte an die Unternehmen, „weiterhin die freien Ausbildungsplätze dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zu melden“. Wer seine Bewerbungsunterlagen beisammen hat, ist damit auch kurzfristig nicht chancenlos. Auf fast jeder Seite der Internet-Jobbörse der Arbeitsagentur gibt es Stellen, die „sofort zu besetzen“ sind.

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