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Auftritt im MK: Mijra Boes lässt keine Zeit für Prüderie

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Von: Björn Othlinghaus

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Mirja Boes und die Honkey Donkeys im Kulturhaus Lüdenscheid
Auch vor Balletteinlagen im grellen Tütü schreckten die Musiker der Honkey Donkeys beim Auftritt von Mirja Boes im Kulturhaus nicht zurück. © Björn Othlinghaus

Gute Laune, gute Gags und eingängige Songs über und unter der Gürtellinie. TV-Komödiantin Mirja Boes und ihre Band, die Honkey Donkeys, gingen nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Lüdenscheid – Die Kulisse, vor der TV-Komödiantin Mirja Boes und ihre Band, die Honkey Donkeys, am Freitag im Theatersaal des Kulturhauses mit ihrem Programm „Heute hüh und morgen auch“ auftraten, war sicher deutlich spärlicher, als es die beliebte Künstlerin normalerweise gewohnt ist. 113 verkaufte Tickets sind vielleicht angesichts der Pandemie gar nicht so schlecht, und doch war es nicht so einfach, mit so wenig Publikum ebenso gute Stimmung aufkommen zu lassen wie bei einer besser frequentierten Show.

Doch Mirja und ihre Mitstreiter ließen sich nicht entmutigen und kämpften mit guter Laune, guten Gags und eingängigen Songs gegen die anfängliche Zurückhaltung der Fans an. Schließlich sollte man das Leben jetzt genießen und nichts aufschieben, wie die Künstlerin mit dem einleitenden Song „Heute ist morgen schon gestern“ ihrem Publikum nahebrachte.

Überhaupt spielt Musik bei Mirja Boes eine große Rolle, wobei sie auf der einen Seite eingängige Ohrwürmer zum Mitsingen wie „Gemischte Tüte“, andererseits aber zum Beispiel auch ein „romantisches“ Lied über die unerfüllte Liebe zu einem Wurstverkäufer, der nur an ihren großen Scheinen interessiert ist, im Repertoire hatte.

Die Bereiche unterhalb der Gürtellinie sind dem TV-Star, der sich selbst als die „Queen of Pimmelwitz“ bezeichnet, nicht fremd, wobei Mirja Boes ihrem Publikum selbst die deftigsten Scherze über die Hoden ihres Sohnes so charmant im Maschinengewehr-Sprech um die Ohren haut, dass selbst der prüdestes Zuschauer gar keine Zeit hat, sich zu beschweren, weil postwendend schon der nächste Gag im Anmarsch ist.

Überaus sympathisch sorgte auch die nur aus Herren bestehende Band für gute Laune, deren Mitglieder nicht nur solide Musik machten, sondern auch für jeden Quatsch zu haben waren. Egal, ob zwei der Musiker im farbig-plüschigen Tütü für die Tanzchoreografie sorgten, oder ob Mirja ihren Musikern eine Einlage gönnte, bei der sie das vom Publikum vorgeschlagene Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ als Freejazz-, Heavy-Metal-, Country-, Bollywood- oder A-Capella-Variante präsentierten – für ihre Chefin machten die Jungs alles.

Das Thema „Corona“ wurde nur am Rande angesprochen und zwar mit dem Song „Die Maske hat dich schön gemacht“, in dem Mirja dem Mund-Nase-Schutz einen überaus positiven Aspekt, nämlich das Verbergen hässlicher Gesichter, zuschrieb. Dem Wunsch ihrer Fans nach einer Zugabe kam die Komödiantin ebenfalls nach – untermalt mit schmissiger Fernseh-Ballett-Musik schmetterte sie augenzwinkernd „Dies ist das letzte Lied, das sich wie Käse zieht“.

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