Aufsichtsrat: Kein Verkauf des Klinikums

Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Seidel

LÜDENSCHEID – Ein Teilverkauf oder sogar eine komplette Veräußerung der Märkischen Kliniken steht für den Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Seidel nicht zur Debatte.

Er reagierte damit auf das Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2011, das voraussichtlich mit einem Defizit von „deutlich über vier Millionen Euro“ abschließt. Der Märkische Kreis als Eigentümer habe bereits die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag informiert, so Landrat Thomas Gemke. Für den 31. Mai ist eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung terminiert, in der die wirtschaftliche Situation und künftige Strategien erörtert werden sollen.

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Es habe eine Reihe von negativen Entwicklungen gegeben, die zu Ergebnisbelastungen geführt hätten: So gebe es durch die gesetzliche Regelung keine Zivildienstleistenden mehr, die gerade im Fahrdienst, darunter Essen auf Rädern, eine wichtige Hilfe gewesen seien. Das Haupthaus in Lüdenscheid habe über sein Budget gearbeitet, was die Krankenkassen in den Verhandlungen nicht finanziell ausgeglichen hätten.

In einem weiteren massiven Kostenblock, den Honorarärzten, sieht Seidel Licht am Ende des Tunnels. „Ich rechne im laufenden Jahr mit einer deutlichen Kostensenkung.“ Kalkuliert hatte die Klinikgeschäftsführung für das vergangene Wirtschaftsjahr mit einem Minus von 1,5 Millionen Euro, tatsächlich summierten sich die Verluste auf 3,1 Millionen Euro. Eine „interne Einsatzreserve“ aus eigenen Ärzten soll unter anderem einen Teil der Notdienste auffangen, die bislang häufig Honorarärzte leisteten. „In den ersten vier Monaten zeichnen sich bereits Erfolge ab. Das gilt auch für die Stadtklinik in Werdohl.“ Die Zahlen an allen drei Standorten seien bereits jetzt deutlich besser. Wie in Letmathe sei auch in Werdohl eine ortsnahe Versorgung wichtig. Eine nachhaltige Verbesserung auf der Erlösseite erwartet Seidel auch von der Komfortstation.

Wegen der wirtschaftlichen Lage sollen Chef- und Oberärzte auf zehn bis 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Michael Helmkamp, Pressesprecher des Marburger Bundes, der die gewerkschaftlichen Interessen der Ärzte vertritt: „Einen Notlagentarif lehnen wir ab.“ - be

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