Auch Ortsschilder mit Zusatznamen kosten Geld

Zusatznamen auf Ortsschildern, die Stadttypisches beschreiben, sind nun möglich.

LÜDENSCHEID ▪ Aus der „Landeshauptstadt Düsseldorf“ kam jetzt grünes Licht für Kommunen, die eine Zusatzbezeichnung im Ortsschild führen wollen. Mit einer drei Viertel Mehrheit könnte der Rat also „Lüdenscheid – Stadt des Lichts“ festschreiben.

Wenn sie sich etwas anderes wünschen dürften, kommen Lüdenscheider noch auf ganz andere Ideen für einen Stadtnamen-Zusatz. „Liberale Hochburg“ würde Jens Holzrichter (FDP) gerne lesen, warnt aber auch vor Übertreibungen, die leicht ausarten und womöglich zu einer „Stadt des Burgaufzugs“ für Altena oder „Gemeinde der Einkommensmillionäre“ für Schalksmühle führen könnten.

Kinderschutzbund-Chef Uwe Hindrichs erinnert sich an die Zeit, als Lüdenscheid die meisten Patente vorzuweisen hatte und plädiert für „Erfinderstadt“.

LSM-Geschäftsführerin Giuseppina Giordano sieht im Zusatz „Stadt des Lichts“ die Chance für eine „Markenstrategie, auf die man sich festlegen muss“: „Das wäre natürlich schön und wünschenswert, aber nicht dringend notwendig.“

„Stadt des Lichts“ wäre keine Alleinstellungsmerkmal, findet hingegen Kulturhausleiter Stefan Weippert, der jeglichen Zusatz „eigentlich überflüssig“ findet. Höchstens noch den: „Der Letzte macht das Licht aus.“ Landtagsabgeordneter Gordan Dudas (SPD) zeigt, wie die Ruhrpott-Kollegen mit „Essen auf Rädern“, einen sauerländischen Hang zur Selbstironie und möchte künftig am Ortseingang mit „Sonnenstadt Lüdenscheid“ begrüßt werden. Der städtische Fachbereichsleiter Wolff-Dieter Theissen hingegen sieht angesichts des Sparkommissar-Besuchs eher noch mehr dunkle Wolken am Horizont aufziehen: „‚Stadt des Nichts‘ sollten wir aber doch besser nicht schreiben.“

Auch eine offizielle Antwort gibt’s aus dem Rathaus – von Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn: „Dazu gibt’s im Moment noch keine Überlegungen.“ Denn: „Auch Schilder kosten Geld, das sollte man nicht unterschätzen.“ Dazu ergänzte Bürgermeister Dieter Dzewas am Abend: „Wir haben zurzeit ganz andere Sorgen. Die Sanierung des städtischen Haushalts hat absolute Priorität.“

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