Auch BGL lehnt Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium ab

Acht Jahre am Gymnasium sollen auch am BGL weiterhin die Regel bleiben.

LÜDENSCHEID - Wie das Zeppelin-Gymnasium lehnt auch das Bergstadt-Gymnasium (BGL) die Teilnahme am Schulversuch zur Wiedereinführung der neunjährigen Gymnasialzeit ab. „Nach vier Jahren, in denen wir uns auf die neue achtjährige Lernzeit eingestellt haben, wollen wir keine Bewerbung für einen vagen G 9-Versuch abgeben“, erläuterte Schulleiterin Annette Meyer gestern den Entschluss von Eltern, Schülern und Lehrern.

Damit bleibt es auch am größten der drei Lüdenscheider Gymnasien bei G 8. Diese kurze Lernzeit wird allgemein indes scharf kritisiert: Der Druck auf die Schüler sei zu groß, der Lehrplan nicht entrümpelt worden. Nur: „Auch beim neuen G-9-Versuch bleibt es bei Neuerungen wie der zweiten Fremdsprache schon ab Klasse 6.“ Und die Frage, was bei einem Schulwechsel von einem G-8- auf ein G-9-Gymnasium passiert, ist laut Annette Meyer ungeklärt geblieben.

„Tatsächlich hat G 8 bei der Einführung zu vielfältigen Schwierigkeiten geführt“, räumt Meyer ein. Doch das BGL habe die Belastung der Kinder und Jugendlichen deutlich mindern können. So haben die Jahrgänge 5 bis 9 hier nur an einem Nachmittag in der Woche Schule. „An drei Tagen gibt es nachmittags eine verlässliche Hausaufgabenbetreuung, und wer will, kann in vielen Arbeitsgemeinschaften seinen persönlichen Interessen nachgehen.“ Gerade die Größe des BGL sorge für Vorteile: „Das Unterrichtsangebot ist breit gefächert – es gibt naturwissenschaftliche und Musikklassen, ein differenziertes Förderangebot, eine verlässliche Übermittagsbetreuung und eine freundliche Mensa.“

Fünftklässler hätten neben Förderkursen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathe die Wahl zwischen Ergänzungskursen wie Theater, Erzähl- und Schreibwerkstatt und Experimentieren in Naturwissenschaften. Meyer: „Das Besondere dieses Angebots ist die Einbettung in den geregelten Vormittagsunterricht der Kinder.“ In Mittel- und Oberstufe wählten Schüler eigene Unterrichtsschwerpunkte und nutzten individuelle Fördermöglichkeiten. Der Unterricht finde meist in Doppelstunden statt, „die Lehrer arbeiten regelmäßig in Teams an der Verbesserung des Unterrichts“.

Auch das Zeppelin-Gymnasium will an G 8 festhalten. Die Schulkonferenz schloss sich kürzlich dem Votum der Lehrerkonferenz an, die sich mehrheitlich gegen den G-9-Versuch ausgesprochen hatte (LN berichteten).

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium steht die Entscheidung noch aus. In der nächsten Woche beraten laut der stellvertretenden Schulleiterin Nicole Auen Lehrerkonferenz, Schulpflegschaft und Schulkonferenz. Die Eltern seien vor den Herbstferien schriftlich über das Für und Wider informiert worden.

Sollte es auch hier ein Nein geben, wäre nur noch an der Gesamtschule das G-9-Abitur in Lüdenscheid möglich. Die Frage, ob dort jetzt ein größerer Andrang zu erwarten ist, beantwortet Annette Meyer zurückhaltend: „Diese Bedarfe sind von der Stadt nie abgefragt worden.“

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