Auch im Kreis Aufklärungsarbeit leisten

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Nach dem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Flüchtlinge in Altena bezieht nun auch der Arbeitsgemeinschaft für Migration und Vielfalt der SPD für den Märkischen Kreis Stellung zur aktuellen Situation über Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit.

Lüdenscheid - Anlässlich des Brandanschlages auf eine Unterkunft von Asylsuchenden in Altena und der Diskussion um die Flüchtlingspolitik bezieht nun auch Evangelia Kasdanastassi, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der SPD für den Märkischen Kreis Stellung.

„Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit nehmen wir fast tagtäglich wahr, dass sich die Brandanschläge und die Angriffe gegen Flüchtlinge vermehren und sogar vor unserer Tür stattfinden. Durch einen Zufall sind zuletzt in Altena keine Menschen dabei zu Schaden gekommen. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verurteilen auf das Schärfste solche Taten“, schreibt Kasdanastassi.

Ganz oft höre man: Die Flüchtlinge bedrohen den Wohlstand unserer Gemeinde. Oder: Dann finde ich keinen Kita-Platz mehr für mein Kind. Viele Menschen würden große Unsicherheiten und Ängste fühlen. Es bestehe die Gefahr, dass die Angst in Wut umschlägt. Dann würden Menschen beginnen, aktiv zu diskriminieren, sich der „symbolischen Bedrohung“ zu widersetzen – bis hin dazu, dass sie Gewalt anwenden. Sicherheit sei ein Bedürfnis für alle Menschen, schreibt Kasdanastassi. Wenn man aber die Entwicklung der letzten Monaten ganz genau beobachte, dann gehe es nicht nur um Bürgerproteste gegen eine „verfehlte Asylpolitik oder auch Integrationspolitik“, auch nicht nur um Ängste und Sorgen, wie es die Organisatoren von Pegida oft behaupten.

Einfluss nicht unterschätzen

„Im Gegenteil: Diese Veranstaltungen werden vom rechtsextremistischen Gedankengut unterwandert, schüren und ,normalisieren‘ Hass und Gewaltbereitschaft gegenüber Fremden und Andersdenkende und motivieren zur Gewalt.“ Diesen Einfluss dürfe man nicht unterschätzen. Rechtsextreme lieferten oft vermeintliche Bestätigungen für die Befürchtungen und mobilisierten Stereotype, die das Misstrauen gegenüber Fremden unterstützen.

Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der SPD würde es begrüßen, wenn sich die besorgten Bürger, denen es tatsächlich nur um „Sorgen und Ängste“ geht, offen und differenziert mit den Fluchtgründen der Menschen und mit der Integrationspolitik auseinandersetzen und sich selbst dafür einsetzen würden, so dass nachhaltige Lösungen für alle gefunden werden.

Jede Bereitschaft zu einem offenen und differenzierten Dialog könne der Arbeitskreis nur unterstützen, wenn dies ein friedliches Zusammenleben zum Ziel habe. „Menschenfeindlichkeit jedoch – egal, ob aus rassistischen, religiösen, fremdenfeindlichen oder anderen Gründen – ist für uns niemals akzeptabel“, stellt Kasdanastassi klar.

Mitbürger sollen wachsam sein

„Wir fordern unsere Mitbürger dazu auf, besonders wachsam zu sein, um Minderheiten in der Mitte unserer Gesellschaft zu schützen. Viele Flüchtlinge kennen den Geruch von Glut und Asche und auch Gewalterfahrungen dürften sie aus der Heimat kennen. Diese Menschen suchen auch Sicherheit, und sie brauchen Sicherheit und auch Hilfe, um die Traumafolgen abzubauen und zu bewältigen.“

Auch die Helfer, die sich engagieren, dürften nicht das Gefühl bekommen, dass sie sich eventuell in Gefahr begeben. Diese Menschen würden ein Klima der Willkommenskultur schaffen. Sie zeigten mit ihrem Einsatz, dass die Mehrheit der Menschen ganz anders denke als all die Leute, die Flüchtlinge einfach nur ablehnen.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen. Umso mehr brauchen wir nachhaltige Lösungen in der Asylpolitik und überhaupt Konzepte der Teilhabe und Inklusion in der Migrationspolitik. Der Bund ist aufgefordert, nachvollziehbare, menschenwürdige und wahrhaftig integrative Konzepte zu entwickeln, die der Bevölkerung die Sicherheit vermitteln, dass ,wir das schaffen können‘.“

Klima der Solidarität pflegen

Sonst entstehe bei Menschen der Eindruck, Politik und Verwaltung würden das nicht hinkriegen. Kasdanastassi fordert dazu auf, die Angst ernst zu nehmen, Gegenargumente zu liefern und Gefühle der Sicherheit zu schaffen. „Wenn stets der Eindruck vermittelt wird, dass Ressourcen der Einheimischen abgezapft würden, fördert dieser Eindruck Fremdenfeindlichkeit.“

Alle Menschen seien aufgefordert, ein Klima der Solidarität mit allen Mitmenschen zu pflegen und nach dem Grundgesetz zu handeln, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist. Evangelia Kasdanastassi: „Besonders in Zeiten von diffusen Ängsten breiter Gesellschaftsgruppen vor Fremden, ist es auch im Märkischen Kreis essenziell, Maßnahmen zu ergreifen, um Aufklärungsarbeit zu leisten, um Ängste abzubauen und ein friedliches und harmonisches Miteinander zu fördern.“

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