Viele Beschwerden

Auch Knöllchen halten sie nicht ab: Nachbarn ärgern sich über Falschparker

Verstöße gegen Park- und Halteverbot an der oberen Hohfuhrstraße ärgern Anwohner. Mehr als Knöllchen schreiben geht nicht, sagt das Ordnungsamt.
+
Verstöße gegen Park- und Halteverbot an der oberen Hohfuhrstraße ärgern Anwohner. Mehr als Knöllchen schreiben geht nicht, sagt das Ordnungsamt.

Der ruhende Straßenverkehr wird oft zum Ärgernis, aber mitunter liegt auch bei eindeutigen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung die Frage darüber, ob eine Behinderung vorliegt beziehungsweise wie groß diese ist, im Auge des Betrachters.

Lüdenscheid - Anwohner der Hohfuhrstraße haben sich in der Redaktion gemeldet, weil ihre Beschwerden bei Ordnungsamt und Polizei aus ihrer Sicht nicht gefruchtet haben. Vor allem in den Abendstunden, so beschreibt es ein Anwohner, würden im oberen Bereich – ab der Einmündung von der Sauerfelder Straße – immer wieder zahlreiche Autos geparkt und behinderten den fließenden Verkehr, weil der nur einspurig vorbeifahren kann. Rückstaus von Fahrzeugen, die auf die Hohfuhrstraße abbiegen wollten, reichten mitunter bis an die Sauerfelder Straße, was Anwohner für gefährlich halten.

Da auch in der Nähe der Verkehrsinsel geparkt würde, sehen die Anwohner auch die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge behindert. Sie berichten unter anderem von anscheinend unbelehrbaren Falschparkern, die auch nach zahlreichen Knöllchen weiterhin an derselben Stelle parken.

99 Verwarnungsgelder à 15 Euro

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte die Stadtverwaltung mit, dass in der Tat viele Beschwerden beim Ordnungsamt eingingen. Daher werde entsprechend häufig in diesem Bereich kontrolliert. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni dieses Jahres wurden beispielsweise 99 Verwarnungsgelder à 15 Euro ausgesprochen, weil Fahrzeuge an der Hohfuhrstraße im eingeschränkten oder absoluten Halteverbot abgestellt worden waren. „Die Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen wurde dabei nicht behindert“, wurde betont. Die Kontrollen fanden an 57 Tagen in der Regel zwischen 7 und 19 Uhr statt, lautet die ergänzende Information. Anhand dieser Daten stuft das Ordnungsamt diesen Bereich nicht als Gefahrenschwerpunkt ein.

Was die Masse an Verstößen durch einzelne Fahrer angehe, wurde festgestellt, dass allein zehn der 99 Verstöße auf das Konto eines einzigen Anwohners gehen. „Dieser Fahrzeughalter ist schon etwas länger als Dauerfalschparker bekannt und begeht auch weiterhin Parkverstöße, die geahndet werden“, berichtet Pressesprecher Sven Prillwitz. Im vergangenen Jahr habe dieser Autofahrer in einem Fall das Abschleppen seines Fahrzeugs gerade noch verhindern könne, weil er rechtzeitig auftauchte und seinen Wagen wegfahren konnte.

Grundsätzlich müsse, um ein Fahrzeug abschleppen zu lassen, eine Gefahrenlage vorliegen, erklärte Prillwitz. „Im eingeschränkten Halteverbot ist das nicht der Fall.“ Hinzu komme, dass das Ordnungsamt das „mildeste Mittel“ wählen müsse. „Das bedeutet: Der Fahrzeughalter muss ermittelt und kontaktiert werden. Damit lässt sich die Gefahr in der Regel schneller beseitigen als durch die Beauftragung eines Abschleppdienstes.“

Letztlich heißt das für die Anwohner der Hohfuhrstraße, dass aus Sicht des Ordnungsamtes alle Mittel, um die Falschparker dort zu sanktionieren, ausgeschöpft sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare