Ein Schneemann aus der Tonne

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Einen Schneemann aus der Tonne als Liebesbeweis herbei gezaubert – Atzes Musiktheater spielte im Kulturhaus.

LÜDENSCHEID - Ein eher leises Musical war’s, das Atzes Musiktheater am Mittwoch am frühen Abend mit nach Lüdenscheid gebracht hatte. Glitzernder Kunstschnee, sympathische Straßenfeger mit Berliner Schnauze und leuchtend orange-farbener Kluft, Steffi (Claudia Renner), ihr Freund Tom (Mathieu Pelletier), dessen Widersacher Kalschinski (Felix Spiess) und ein sprechender Schneemann.

Nicht so laut und rockig wie in anderen Stücken des Berliner Kinder- und Jugendtheaters war die Inszenierung „Steffi und der Schneemann“ mehr auf winterlichen Zauber bedacht. Ein schwieriges Unterfangen. Im Angesicht von fünf, sechs Grad im Plusbereich und Regen vor der Tür hatten wohl die wenigsten Kinder im gut gefüllten Saal in diesem Winter schon einen Schneemann gebaut.

Steffi, Tom, selbst geschriebene Gedichte, ein geplanter Kinobesuch. Plötzlich stürmt Möchtegern-Macho Kalschinski aus der Straßenfeger-Riege dazwischen, und aus ist’s mit der kindgerecht aufgebauten, vorsichtigen Romanze. Tom bleibt nichts übrig, als aus einer Mülltonne einen sprechenden Schneemann hervor zu zaubern, um das Herz der Freundin zurück zu gewinnen. Nach der Pause dann das Drama: Der Schneemann ist geklaut, fängt sich im Heizungskeller hohes Fieber ein und muss mühevoll wieder abgekühlt werden. Am Ende kriegt Tom seine Steffi – und Kalschinski darf die Mommsenstraße fegen.

In Berlin steht diese Inszenierung seit 1996 auf dem Programm und hat sich mit rund 500 Aufführungen zu einem saisonalen Kultstück entwickelt. Ein hübsches Stück Kindertheater, das von der ersten bis zur letzten Minute Spaß und Spannung bot. Wie immer spielten die Berliner ihre Musik mit Gitarre, Schlagzeug und Bass live auf der Bühne und ließen mit ihren Instrumenten Regentropfen und Schneeflocken hörbar werden. Seit zehn Jahren komme man immer wieder gern nach Lüdenscheid, ließ Thomas Suttner (Buch und Musik) das Publikum am Ende wissen. Und man käme wieder: Am 14. März mit „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und im kommenden Jahr mit dem „Doppelten Lottchen“. - rudi

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