"Richtig fremdgehen"

Atze Schröder zum ersten Mal in Lüdenscheid

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Atze Schröder spielte vor ausverkauftem Kulturhaus.

LÜDENSCHEID - „What ever you want“ der Altrocker von Status Quo, ein nahtloser Übergang zu „Manchmal möchte ich schon mit Dir“, erhebliche Textschwächen im Publikum bei der zweiten Zeile der Roland-Kaiser-Schnulze – und dann war er da: Fleisch gewordenes Testosteron aus dem Ruhrpott, enge Jeans, noch engeres T-Shirt, eine gigantische Gürtelschnalle, blaugetönte Porno-, pardon, Pilotenbrille, die unvergleichliche Lockenwelle – Atze Schröder live.

Von Jutta Rudewig

Einen der ganz Großen aus der bundesdeutschen Comedy-Szene hatte der Mendener Veranstalter Wilfried Kickermann Freitagabend auf die Bühne des Kulturhauses geholt. Er sei zum ersten Mal in Lüdenscheid, eröffnete der Comedian die Preview seines neuen Programmes „Richtig fremdgehen“. Und er freue sich, mal in einem Kulturhaus spielen zu dürfen.

Atze kam mit Zetteln, und niemand nahm’s ihm übel, hatte er doch sein neues Programm erst wenige Male gespielt. Und schon ging’s mitten hinein in die verschiedenen Varianten des Fremdgehens. Angela Merkel täte das sicher nie. Ursula von der Leyen sei da ein anderes Kaliber: „Die ist so fruchtbar, die wird den Pandas im Zoo als Video vorgespielt“. Und mit Manuela Schleswig käme wieder Sex in die Politik.

Die Interaktion mit dem Publikum beschränkte sich auf kurze Sätze: Was wissen wir über Brasilianer? „Nix“ kam das zuvor einstudierte Echo aus dem Saal. Die kleinen, frechen Bemerkungen über und weitenteils auch unter der Gürtellinie waren das, was die Show wirklich ausmachte – Ronaldo, der weniger Haare hat als Flipper, Beckham als Elfer schießender Quittungsblock, Männer mit höchst unappetitlicher Rückenbehaarung, bei denen das Fremdgehen der eigenen Frau zur Notwehr wird. 

Wer etwas zum Valentinstag geschenkt bekommen hat, wollte der Comedian wissen, und lieferte die Liste der persönlichen Präsente gleich mit: einen Phasenprüfer vielleicht, Entkalker oder die Rosen aus dem Aldi? Zur Pause hin wurde das Vorspiel des Esseners, der dort gar nicht wohnt, etwas flacher. Die Gags kamen nicht mehr im Takt einer Maschinengewehrsalve. Einer noch: Der neue Chef der Deutschen Bank ist Inder. Was wissen wir über Inder? Nix!

Zwanzig Minuten und ein frisches T-Shirt später erzählte Schröder von den Intrigen gegen seine Nachbarn am heimischen Raclettetisch, von der Frage nach der eigentlichen Versuchung – vielleicht in Hamburg, für die Herren mit Silvie van de Vaart in einer Eckkneipe, für die Damen mit George Clooney im Nespressoshop. 

Und plötzlich kommt einer rein – aus Altena! Vorbereitet hatte sich der Comedian auf seinen Auftritt in Lüdenscheid, Nachbarorte wie Altena und Werdohl waren ihm bekannt, auch wenn Lüdenscheid am Ende zu Lüdinghausen wurde. Aber nur ganz kurz, dann war er wieder voll da. Zwei Zugaben, die unvermeidliche Fahrt mit dem Porsche zu Berni nach Hamburg - und weg war er.

Bilder sehen Sie hier:

Atze Schröder in Lüdenscheid

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