150 sollen es werden

Fluchtpunkt Dickenberg: 99 Asylbewerber angekommen

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Aufbau in der Turnhalle, dem zentralen Aufenthalts- und Speiseraum.

Lüdenscheid - 99 der angekündigten 150 Flüchtlinge sind seit Dienstag in Lüdenscheid angekommen. Unter ihnen sind 26 Kinder. Sie stammen aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Russland, Georgien und Mali.

Für mehrere Wochen wird die Hermann-Gmeiner-Grundschule am Dickenberg damit zur Notunterkunft des Landes für Aylsuchende. Erst am Samstag hatte Regierungspräsident Gerd Bollermann ein Amtshilfeersuchen an die Stadt Lüdenscheid gestellt.

Vorgewarnt durch die Noteinweisung in der vergangenen Woche in Iserlohn, hatten die Verantwortlichen um den Beigeordneten für Recht und Soziales, Thomas Ruschin, den Gebäudebestand der Stadt bereits am Freitag auf eine mögliche Eignung als Notunterkunft geprüft. Geeigneter als die leerstehende Albert-Schweitzer-Hauptschule erwies sich die übersichtlichere frühere Grundschule am Dickenberg. Inzwischen sind die meisten der zehn Klassenräume und die Turnhalle als Aufenthalts- und Speiseraum belegt.

Faktische Klarheit über die Zuweisung hatte erst am Montag um 11 Uhr geherrscht. Auch gestern war bis mittags die Zusammensetzung und die Nationalitätenmischung der Gäste nicht bekannt. Die Maschinerie der Stadt wie auch die der Johanniter Unfallhilfe war allerdings am Montag bereits in vollem Umfang angelaufen. Zentrale Gebäudewirtschaft, Sozialamt, STL und weitere Dienststellen setzten binnen Stunden das Gebäude instand, kümmerten sich um Brandschutz, Schließsystem, Bodenplatten für die Halle.

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Die Einsatzeinheit der Johanniter, die die Einrichtung betreut, war gestern mit 20 haupt- und ehrenamtlichen Kräften in der Schule präsent. Erfahrung bringt sie aus Dortmund, Rüthen und Paderborn mit, wo sie bereits gleichartige Unterkünfte einrichtete. Vom medizinischen Vorcheck in Kooperation mit umliegenden Kliniken bis hin zur Registratur, zur Verteilung der Flüchtlinge nach Herkunft, Geschlecht und Familienzusammengehörigkeit auf die Wohnebenen hatte die JUH alle Erfordernisse abgedeckt.

Bleiben werden die Bewohner, bis ihr Asylstatus und das weitere rechtliche Verfahren geklärt ist. Danach erfolgt die Unterbringung in regulären Dauereinrichtungen. Zugleich rollt eine Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft in Lüdenscheid.

Wer die Flüchtlinge durch Spenden oder aktive Hilfe unterstützen will, kann sich unter der Telefonnummer 02351/172356 mit der Stadt in Verbindung setzen. Allgemeine Informationen gibt es unter der Telefonnummer 02351/171122.

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