„Aschenputtel“ als kindgerechtes Musical

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Noch weiß der Prinz (Enea Lanzarone) nicht, dass sich das Aschenputtel (Nicole Behnke) hinter dem Schleier verbirgt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Aschenputtel“ ist und bleibt eines der beliebtesten Märchen. Gerade zur Weihnachtszeit ist die Geschichte des Mädchens, das von der bösen Stiefmutter und den Stiefschwestern zur Magd degradiert und schließlich aber doch Prinzessin wird, immer wieder gern gesehen. Im ausverkauften Kulturhaus zeigte das Theater Liberi am Samstag eine kindgerechte Musical-Fassung des Märchens.

Reduziert auf vier Schauspieler in sieben Rollen und ein schlichtes, leicht umzubauendes Bühnenbild, das das Haus von Aschenputtel, den Wald und auch das Schloss des Prinzen symbolisierte, war die Geschichte nicht überladen und geradlinig gestrickt. Einige Lieder, die mit Texten wie „hol mir dies, hol mir das“ das Geschehen noch unterstrichen, lockerten die Handlung auf und sorgten für die Musical-Atmosphäre im Theatersaal. Die Tauben, die Aschenputtel beim Sortieren der Linsen helfen, wurden in einem der Fenster als Schattenspiel auf eine Leinwand projiziert – eine nette Spielerei der Technik.

Hunderte von Jungen und Mädchen verfolgten gebannt das Stück. Sie waren so gefesselt, dass sie erst mit Verzögerung bemerkten, dass der Prinz (Enea Lanzarone) direkt zu ihnen sprach, als er ankündigte, dass es keine Hochzeit geben werde. Denn, wie es sich für das Märchen gehört, ist der Prinz gar nicht begeistert, als er von seinem Freund Oscar (Denise Kiesow, die gleichzeitig die Stiefschwester gibt) bei einem Jagdausflug erfährt, dass seine Eltern wollen, dass er auf Brautschau geht. Natürlich ändert er seine Meinung noch im Wald, denn dort trifft er zum ersten Mal die unbekannte Schöne, die eigentlich Aschenputtel (Nicole Behnke) ist.

Der verliebte Prinz und das traurige Mädchen, das seinen Eltern nachtrauert und das Glück sucht, finden ihren Gegenpol in Stiefmutter (Sabine Hennig) und -schwester, die durch ihre alberne Exaltiertheit und Gackerei für die Kinder schnell als unsympathische Figuren feststehen. Bunt wird es, als der Stoffhändler (Enea Lanzarone) auftaucht und mit Mutter und Tochter singt, während Aschenputtel in ihrem grauem Gewand die Wäsche wäscht – ein typisches Beispiel dafür, wie die Inszenierung durch leicht verständliche Bilder und klare Rollenverteilungen auch kleinen Kindern die Geschichte nahebringen will. ▪ gör

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