Experten suchen bundesweit vergleichbare Fälle

Asbest im Lüdenscheider Rathaustunnel: Neue Details bekannt

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Der Baustopp der ersten Tunnelröhre (rechts) bleibt bestehen: Der Verdacht auf Asbest hat sich bestätigt, ein Sanierungskonzept muss her.

Lüdenscheid – Jetzt ist es sicher: Bei dem Befund im Rathaustunnel handelt es sich um Asbest. Die Sanierung der Tunnelröhren kann daher nicht wie geplant weitergehen. Jetzt suchen die Experten bundesweit vergleichbare Fälle.

Wann die notwendige Asbestsanierung beginnen wird und wie sie umgesetzt werden kann, ist auch noch nicht klar. Denn ein Konzept dazu gibt es bislang nicht. 

Bereits vor rund drei Wochen wurden die Bauarbeiten am Lüdenscheider Rathaustunnel wegen Verdachts auf asbesthaltige Materialien gestoppt. Auch die zweite Tunnelröhre wird davon betroffen sein. 

Autos dürfen weiterhin durch den Tunnel

Allerdings: Weitere Einschränkungen für den Verkehr wird es vorerst nicht geben. Die zweite Tunnelröhre kann weiterhin befahren werden, erklärte Bauleiter Carsten Spreemann auf Nachfrage. Denn Asbest in gebundener Form – wie in der noch nicht bearbeiteten Tunnelröhre der Fall – gelte als unkritisch. 

Doch wann die Sanierung überhaupt weitergehen wird, könne trotz des eindeutigen Befundes noch nicht gesagt werden. Auch nicht, wie lange sich die gesamte Tunnel-Maßnahme deshalb nach hinten verschieben wird. Geplant war ursprünglich, beide Tunnelröhren bis Ende 2020 wieder für den Verkehr freizugeben. 

Bislang kein Sanierungskonzept

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg: Weitere Proben müssten entnommen werden – „wir brauchen noch weitergehende Untersuchungen“. Und das Wichtigste: Bislang gibt es kein Sanierungskonzept. „Wir müssen recherchieren, ob es einen solchen Fall überhaupt schon mal gab – uns ist zumindest keiner bekannt“, sagte Spreemann. 

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Eine Überprüfung solle bundesweit laufen, denn eine Asbestsanierung von Räumen auf einen Tunnel umzulegen „ist gar nicht so einfach“. Das Problem: das große Luftvolumen im Tunnel. „Wird Asbest etwa in einem Büroraum gefunden, werden alle Fenster abgedichtet und man erzeugt normalerweise einen Unterdruck, damit keine Fasern freigesetzt werden – denn das ist die Gefahr. Anschließend kann der Raum gereinigt und wieder freigegeben werden. Unterdruck in einem großen Tunnel kann man aber nicht einfach so erzeugen“, sagte Spreemann. 

Mehrere Berater an der Arbeit

Deshalb müsste womöglich ein völlig neues Sanierungskonzept erstellt werden. Dafür seien nun mehrere Berater beauftragt worden, am Ende muss noch die Bezirksregierung die Maßnahme anordnen. Erst dann darf es losgehen. 

„Das ist auch für uns natürlich sehr ärgerlich, wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es weitergehen kann. Bis dahin werden wir die Arbeiten vor dem Tunnel schon mal so weit wie möglich erledigen.“

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