Wirbel um Spende in Lüdenscheid

Arzt will Corona-Filter an Schule spenden - Wurde das Kuratorium übergangen?

Altehrwürdige Lehranstalt: Aus gegebenem Anlass wird nun die Satzung des Zepp-Kuratoriums überprüft.
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Altehrwürdige Lehranstalt: Aus gegebenem Anlass wird nun die Satzung des Zepp-Kuratoriums überprüft.

Der frisch gewählte Kuratoriumsvorsitzende des Zeppelin-Gymnasiums, Ralf Schwarzkopf (CDU), musste sich in seiner ersten Sitzung am Mittwoch gleich um Grundsätzliches kümmern: „Ich möchte wissen, wovon ich Vorsitzender bin. Was ich darf und was nicht!“ Er verlange einen definierten Handlungsrahmen.

Lüdenscheid - Die Antworten der Überprüfung werden nun mit Spannung erwartet, denn daran knüpft sich auch die entscheidende Frage an: Hätte das Kuratorium des Zeppelin-Gymnasiums eingebunden werden müssen in eine Ablehnung der privaten (mindestens) 10.000-Euro-Spende für Luftfiltergeräte, die Dr. Jörn Tornow gerne tätigen wollte? Oder hätte das Kuratorium die Spende sogar eigenständig annehmen dürfen? Muss die Stadt in solche Entscheidungen überhaupt eingebunden werden?

Diese Frage der Annahme stellt sich auch für den Förderverein. Dessen Vorsitzender Frank Zacharias will ebenfalls prüfen lassen, ob er die vom Spender vorgeschlagenen Geräte hätte anschaffen und aufstellen lassen dürfen, wenn er denn direkt kontaktiert worden wäre. „Da“, sagt er, „warte ich jetzt ab.“

Die Satzung des Kuratoriums stammt aus dem Jahr 1888, wurde aber mit Nachträgen bearbeitet. Der letzte Nachtrag stammt demnach aus Februar 1960. Unter anderem heißt es in der Satzung: „Das Kuratorium hat im allgemeinen alles zu veranlassen, was das Wohl und Gedeihen der Schule zu fördern geeignet ist (...)“ Und weiter: „Es verwaltet das eigene Vermögen der Anstalt, entwirft den Jahres-Etat und hat innerhalb des genehmigten Etats die Einnahmen und Ausgaben zu bewirken...“

Satzung wird geprüft

Inwieweit die jahrzehntealte Satzung, die aus einer Zeit stammt, da es Schulgeld gab, noch auf heutige Verhältnisse passt, ob gegebenenfalls nachgebessert oder modernisiert werden muss, das müsse man sehen. Schwarzkopf fasst das Ergebnis jedenfalls zunächst so zusammen: „Die Satzung wird jetzt geprüft. Das muss die Stadt nachliefern.“ Daraus erhoffe man sich vor allem eine Antwort auf die Frage, „wer das hätte entscheiden dürfen“. Die Stadt hatte die Annahme der Spende zum einen deshalb abgelehnt, weil sie die Geräte nicht ausreichend geeignet fand, zum anderen, weil man keine Privilegierung des Stabergs wolle.

Er bedaure, sagte Schwarzkopf auf Nachfrage, dass man nun am Ende nur einen offensichtlich unzufriedenen Spendenwilligen habe und für die Schüler keinen besseren Zustand, wenn sie denn wieder Präsenzunterricht haben. Der neue Kuratoriumsvorsitzende möchte, auch das kündigte er an, selbst ein Gespräch mit Dr. Tornow führen – „in der Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung“.

Auf der Internet-Seite des Zeppelin-Gymnasiums heißt es unter anderem, man sei stolz auf die lange Geschichte des Zeppelin-Gymnasiums, aber auch auf das, was die Schule heute auszeichne – unter anderem „ein eigenes Kuratorium, das die städtischen Verwaltungsrechte wahrnimmt, denn das Zeppelin-Gymnasium wurde der Stadt Lüdenscheid 1858 von der Evangelischen Kirche gestiftet“.

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