Emotionale Nachricht

Arzt spricht von einem Wunder: Koma-Patient lächelt, als er Gebrabbel seines Sohnes hört

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Noch ist Valon Qela (rechts) nicht über den Berg.

Lüdenscheid – Einem Koma-Patient wird im Krankenbett das Gebrabbel seines Sohnes vom Smartphone vorgespielt. Und er lächelt... Nicht nur das ist für den behandelnden Arzt ein "Wunder". 

Über den Berg ist Valon Qela noch längst nicht. Aber die überwältigende Resonanz auf den Spendenaufruf hat dafür gesorgt, dass er die notwendige medizinische Versorgung erhalten hat, um nach seinem schweren Unfall im Kosovo vor rund drei Monaten intensiv behandelt werden zu können.

Von leichten Fortschritten spricht Detlev Simon, der den Kontakt zur Familie hält, aber sie vollzögen sich „quälend langsam und nicht immer komplikationsfrei“. Bezeichnend sei, dass der leitende Neurochirurg im Istanbuler Krankenhaus von einem „Wunder“ spreche, das so nicht zu erwarten gewesen sei. 

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„Valon ist wohl noch nicht – im eigentlichen Sinne – ansprechbar, reagiert jedoch auf Händedruck. Ich wäre gerne dabeigewesen und hätte gesehen, wie sich ein leichtes Lächeln auf Valons Mund zeigte, als man ihm das Gebrabbel seines Sohnes per ans Ohr gehaltenem Handy vorspielte. Hin und wieder bewegt er den Kopf und öffnet auch mal die Augen“, berichtet Detlev Simon. 

Verlegung nach Bochum denkbar

Die Chance für ein echtes Aufwachen seien da, ohne jedoch schon abschätzen zu können, wieweit Valon wiederhergestellt werden könne. Derzeit werde erwogen, ihn nach Deutschland, möglichst in die Uniklinik Bonn, zu verlegen. 

„Natürlich fallen auch dafür Kosten an, alleine die für den Flugtransport sind immens, aber ein Onkel von Valon ist zuversichtlich, dass dafür ein Kostenträger gefunden werden kann. Die nötigen Visa sind schon erteilt.“ 

Zehntausende Euro Spendengeld

Summa summarum seien nach dem Spendenaufruf in den LN aus Lüdenscheid und dem Umkreis rund 38.000 Euro zusammengekommen. Valons Vater Halil schrieb an Detlev Simon: „Ich kann mich nur von Herzen bei allen Lüdenscheidern bedanken. Sie waren immer barmherzig und hilfsbereit.“ 

Wie berichtet, hängt der Bezug zu Lüdenscheid mit dem Kosovo-Krieg zusammen. Ende der 90er-Jahre flüchtete Halil Qela hierhin, lernte schnell Deutsch und engagierte sich stark für Hilfstransporte, half Landsleuten als Dolmetscher, begleitete sie zu Behörden oder in Krankenhäuser, hielt Vorträge und arbeitete eng mit der Migrationsberatungsstelle des Diakonischen Werkes zusammen. 

Herzoperation vor zwei Jahren

Nach dem Krieg kehrte er mit seiner Familie in den Kosovo zurück. Der Kontakt zu ihm und seiner Familie riss nie ganz ab. Das zeigte sich vor zwei Jahren, als sich Halil Qela dringend einer Herzoperation unterziehen musste und ebenfalls große Hilfe erfuhr.

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