Arzt-Patienten-Seminar thematisiert Herzschwäche

LÜDENSCHEID - Es beginnt oft schleichend: Die steile Treppe schafft man nicht mehr ohne Pause und Luftnot, bei der Bergwanderung hängen einen die Freunde ab. Das kann Ausdruck mangelnder körperlicher Fitness sein. Es kann aber auch der Beginn einer Herzschwäche sein.

Und die sollte schleunigst ärztlich begutachtet und behandelt werden, um ernste Risiken für Leib und Leben zu reduzieren.

Das war jetzt eine der zentralen Botschaften beim Arzt-Patienten-Seminar im Kulturhaus. „Das schwache Herz“, so lautete der Titel der Info-Veranstaltung. Es ging also um Diagnose, Therapie und Vorbeugung der Herzinsuffizienz, so der medizinische Begriff für Herzschwäche. Und die hat längst die Ausmaße einer Volkskrankheit angenommen. Das verraten Zahlen der Deutschen Herzstiftung.

So leiden den Schätzungen zufolge allein in Deutschland rund zwei bis drei Millionen Menschen an Herzschwäche, 370 000 Patienten werden deswegen jedes Jahr ins Krankenhaus eingeliefert, 48 000 sterben.

Keine Überraschung daher, dass das Lüdenscheider Seminar wieder auf starke Resonanz stieß. Rund 250 Besucher waren an diesem Vormittag im Kulturhaus erschienen. Eingeladen hatte erneut die Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid mit Klinikdirektor Professor Bernd Lemke an der Spitze. Unter seiner Leitung findet das Arzt-Patienten-Seminar seit inzwischen zehn Jahren regelmäßig in der Bergstadt statt. Als Unterstützer mit im Boot: die Deutsche Herzstiftung sowie Krankenkassen und Apotheken.

Für die Gäste im Kulturhaus gab es dabei reichlich Informationen und Aufklärung. Nach der Begrüßung durch Lemke und Vize-Bürgermeisterin Ursula Meyer folgte eine Reihe von Vorträgen. So etwa von Dr. Thomas Karow vom Klinikum Lüdenscheid und mehrerer seiner Kollegen. Auch Vertreter vom Klinikum in Bad Oeynhausen traten im Laufe des Vormittags noch ans Mikrofon.

Zunächst rückten dabei Symptome der Herzschwäche in den Fokus. Neben Luftnot und nachlassender Leistungsfähigkeit können das auch Wassereinlagerungen in den Beinen sein. Dazu kreisten Vorträge und Gedanken bei der Veranstaltung auch um Prävention und Lebensstil des Patienten, um Behandlungsformen und um chirurgische Eingriffe bis zur Herztransplantation. Und wer wollte, konnte sich an diesem Tag auch gleich seinen Blutdruck sowie seine Blutzucker- und Cholesterinwerte kontrollieren lassen.

Doch trotz allen medizinischen Fortschritts und ärztlichen Engagements – der Heilkunde sind Schranken gesetzt. Professor Bernd Lemke: „Die Möglichkeiten der Behandlung von Herzinsuffizienz sind begrenzt.“

Im Umkehrschluss heißt das wohl: Es gibt noch viel zu tun. Auch deshalb sollen weiterhin Arzt-Patienten-Seminare zum Thema in Lüdenscheid stattfinden. - dt

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