Prof. Dr. Höltke gibt Tipps für gesundheitsorientiertes Training für Senioren

Arzt im MK: Kaufen Sie sich einen Hund!

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Lüdenscheid - „Wer regelmäßig Sport treibt, ist länger fit und kann auch im Alter selbstbestimmt leben.“ Für den Sport und regelmäßige Bewegung brach Prof. Dr. phil. Volker Höltke, leitender Trainingswissenschaftler der Abteilung Sportmedizin in der Sportklinik Hellersen, am Mittwoch beim Lüdenscheider Gesundheitsforum in Räumen des früheren Sportcasinos eine Lanze. 

Es ging um „Gesundheitsorientiertes Training für Senioren“ in seinem ausführlichen, fundierten Vortrag. Alte und neue Erkenntnisse zum Thema fasste er in seinen Ausführungen, in denen er ebenso den Alterungsprozess an sich und die Folgen von körperlicher Inaktivität wie die Effekte von Sport und Bewegung beleuchtete, auf anschauliche Weise zusammen. Mit den Ergebnissen zahlreicher Studien und Untersuchungen belegte er seine Thesen. „Das effektivste Mittel der Gesundheitsvorsorge ist Sport und Bewegung“, erklärte Höltke, der aktiver Leistungsschwimmer und Schwimmtrainer war.

Grundsätzlich gelte es, zwischen dem kalendarischen und biologischen oder funktionalen Alter zu unterscheiden. Auf Veränderungen, die der natürliche Alterungsprozess mit sich bringt, ging er ein. Unter anderem thematisierte er dabei den alterungsbedingten Muskelverlust, die Abnahme des Energieumsatzes, den Schwund der Gewebeelastizität und vieles mehr. „Die Lebensbedingungen und die Lebensweise entscheiden, wie das Alter realisiert wird.“ Detailliert ging der Sportwissenschaftler auf die negativen Folgen von Inaktivität – unter anderem durch eine sitzende Tätigkeit, Fernsehen, PC & Co. verursacht – ein.

„Wir sind die erste Generation, die ohne körperliche Belastung leben und arbeiten kann“, erklärte er. Zu wenig körperliche Aktivität bedeute gleichzeitig zu wenig Energieumsatz und Körpergewichtszunahme. Risiken für das Herz, für die Entstehung von Krebs, den Stoffwechsel, Demenz, Arthrose und gehäufte Infekte machte er aus. Nachweislich trage Sport zum Schutz vor Darmkrebs und Brustkrebs bei. „Regelmäßige Bewegung vermindert das Risiko.

Der Adipositas (Fettleibigkeit) widmete der Sportwissenschaftler ein gesondertes Kapitel. Die Schutzwirkung von Alltagsaktivität setze schon bei moderater mäßiger Intensität ein, etwa durch Spazierengehen oder Walken. Positiv wirke sich Bewegung auch auf die Altersdemenz aus. „Jede Art von Bewegung ist besser als keine Bewegung“, ermunterte Höltke seine Zuhörer zum Aktivwerden.

Als Richtwert gab er 150 Minuten pro Woche moderate körperliche Aktivität (Wandern/Walken, Schwimmen, Radfahren oder E-Bike) an. Wichtig sei ein aktiver Lebensstil mit Tätigkeiten wie Gartenarbeit, Schneeschaufeln, Hausarbeit, Auto waschen und vielem mehr. „Wenn Sie’s besonders gut machen wollen, kaufen Sie sich einen Hund!“

Durch Sport und Bewegung könne jeder dazu beitragen, länger fit zu bleiben und dadurch die Pflegephase am Ende des Lebens zu verkürzen. Mit den Worten „Sie sind der Meister Ihres Lebens“ nahm er seine Zuhörer in die Pflicht.

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