Siggi Sartora hat ein kontrastreiches Leben 

ARD-Dreharbeiten mit singendem Müllmann aus Lüdenscheid

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Siggi Sartora wurde einen Tag lang von einem Filmteam begleitet. Das kontrastreiche Leben vom „tanzenden Müllmann“ wird bald im ARD-Buffet zu sehen sein.

Lüdenscheid - Mit HipHop und Jazzfunk hat sich der Lüdenscheider Siggi Sartora bis ins Fernsehen getanzt. Sein Leben ist einfach zu kontrastreich, um es anderen Menschen vorzuenthalten, findet die Kölner TV-Journalistin Dina Dada.

Als „tanzenden Müllmann“ hat sie Siggi für eine Berliner Produktionsfirma vor die Kamera geholt. Zu sehen sein werden die Aufnahmen im ARD-Buffet.

„Wir berichten über Menschen, die etwas Besonderes in ihrem Leben erfahren haben“, erklärt Dina. Und da sind sie bei Siggi an der richtigen Adresse: In Polen hat er seinen Bachelor in Politikwissenschaften abgeschlossen. Vor zehn Jahren machte er dann seinen Master in Europawissenschaften. „Ich habe in Polen aber keine Arbeit finden können“, erzählt er enttäuscht. Mit seiner Freundin nutzte er daraufhin die Option, zu ihrer Mutter zu ziehen, die bereits in der Bergstadt lebte. Eine Festanstellung hat er hier dann auch gefunden… als Müllmann beim STL (Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid).

„An meinem ersten Tag habe ich sogar geweint“, gab er bereits vor einem Jahr im Interview mit unserer Redaktion zu. Dort hat ihn vor kurzem dann auch Dina Dada gelesen, die sich sofort ans Telefon setzte, um den Lüdenscheider zu kontaktieren. „Wir wollten wissen, wie er den Spagat zwischen Tanzschule und Müllabfuhr schafft“, sagt sie.

Bereits um 13 Uhr rückte das dreiköpfige Produktionsteam am Donnerstag an, um Siggi bei der Arbeit zu filmen. „Heute haben wir Sperrmüll abgeholt“, lächelt er. Im Anschluss wurden die Aufnahmen in der Tanzschule S. fortgesetzt. Hier bringt der sympathische Müllmann jungen Menschen das Tanzen bei. „Ich kümmere mich um die Choreografie und trainiere zwei Tanzgruppen“.

Groß rauszukommen sei nicht sein Plan. „Das verspreche ich mir nicht von der Fernsehausstrahlung. Ich bin jetzt 34, und die Zeit, in der ich ein Profi-Tänzer werden könnte, ist langsam vorbei“. Vielmehr wolle er mit seiner Geschichte zeigen, dass es nicht nur eine gerade Linie im Leben gibt, sondern verschiedene Möglichkeiten, es zu meistern.

Die Dreharbeiten haben einen halben Tag gedauert – übrig bleiben werden davon 4,5 Minuten, verrät Dina. Wann genau der Beitrag zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. „Wir sind noch mit einer anderen Produktion beschäftigt. Dieser Beitrag wird erst in etwa zwei Wochen geschnitten. Ende des Monats wird er dann fertig sein“.

Wenn am 1. April im ARD-Buffet ein tanzender Müllmann aus Lüdenscheid über den Bildschirm flimmern wird, ist das also kein Aprilscherz, sondern Siggi Sartora mit seiner Geschichte, die so nur das Leben schreiben kann.

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