Die Arche hilft jungen Trauernden

Das Team der Arche hilft Trauernden: Matthias Bluhm, Vorsitzende Ute Gall und Beate Kolb (von links). ▪ Weber

LÜDENSCHEID ▪ Sie haben geliebte Menschen verloren. Ganz aktuell, vor Monaten oder vor vielen Jahren. Aufarbeiten können diese Jugendlichen ihre Trauer jetzt bei der Arche. Denn Beate Kolb bietet für sie eine eigene Gruppe an.

Die ausgebildete Erzieherin und Kindertrauerbegleiterin verstärkt das ehrenamtliche Team des Lüdenscheider Vereins. Damit reagierte die Arche auf Anfragen, die sich in der Vergangenheit häuften.

„Eigentlich gelten speziell Jugendliche im Umgang mit Trauer eher als zurückhaltend“, sagt Beate Kolb. Aber immer mehr hätten das Bedürfnis, den Verlust geliebter Menschen aufzuarbeiten. Dabei könne der Tod auch einige Jahre zurückliegen. „Trauer hat im Alltag oft keinen Platz.“ Genau diesen Platz verschafft sie den Teilnehmern: In einer kleinen Gruppe begleitet die Halveranerin sie über mehrere Monate hinweg. Aber: „Miteinander zu lachen ist genauso wichtig, wie das Trauern“, sagt Kolb. So stehen neben den Gesprächen auch gemeinsame Aktionen im Fokus.

„In unserer Gruppe können die Jugendlichen offen und ehrlich über ihre Gefühle reden. Alles, was wir besprechen, bleibt auch unter uns.“ Ute Gall, Vorsitzende der Arche, betont, dass Jugendliche, die mit dem Tod konfrontiert werden, oftmals schneller reifen beziehungswiese Erwachsen werden. „Es ist ein Balanceakt zwischen Trauerbewältigung und dem Weg zurück zur Unbeschwertheit.“

Seit dem Sommer betreut Beate Kolb die erste Jugendgruppe. Sie trifft sich alle zwei Wochen mit den sechs Teilnehmern. Der neue Kursus startet im Februar. Natürlich können sich Jugendliche in akuten Fällen jederzeit an Beate Kolb wenden. Sie steht den Trauernden dann im Rahmen von Einzelgesprächen zur Seite.

Bislang finanziert sich der Verein übrigens aus Spenden. Langfristiges Ziel der Ehrenamtler ist es jedoch, die Trauerbegleiter sowie Palliativpfleger per Honorarverträge zu engagieren. „Die Nachfrage ist da. Wir möchten die Arche gerne auf eine breite Basis stellen“, sagt Ute Gall. ▪ Lisa Weber

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