Mehr Firmenkontakte für Suchtberater

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Von links das Team mit Ulrike Lienenkämper, Andrea Bäcker, Sonja Middendorf und Monika Triffo. Nicht im Bild: Peter Nehrenheim.

Lüdenscheid - Lüdenscheider Unternehmen suchen zunehmend den Kontakt zur Suchtkrankenberatungsstelle des Diakonischen Werkes an der Heedfelder Straße.

Von Florian Hesse

Vier Firmen seien im vergangenen Jahr über Personalabteilungen beziehungsweise eigene Suchtkrankenberater an die Einrichtung herangetreten auf der Suche nach Lösungen für Beschäftigte. Das habe es früher seltener gegeben, hieß es bei der Vorstellung des Jahresberichts. Um so erfreulicher sei diese aktuelle Entwicklung.

Für die – weiterhin unentgeltliche – Unterstützung im Kampf gegen die verschiedenen möglichen Suchterkrankungen biete sich damit für die Berater ein vielversprechender Ansatz, die Probleme über das „System Arbeit“ anzugehen. Es sei kaum einzuschätzen, wie viele Arbeitsplätze durch die die Beratung im Laufe der Jahre gesichert worden seien, sagt Andrea Bäcker. Denn anders als bei stationären Therapien ließe sich die Begleitung der Suchtkranken, die in der Regel über einen längeren Zeitraum erfolgt, mit dem Arbeitsleben vereinbaren. In mehrwöchigen Aufenthalten sei diese Chance in der Regel nicht gegeben. Davon profitierten letztlich die Klienten selbst wie auch die Firmen, denen die Arbeitskraft und das Know how der Beschäftigten erhalten bleibe. Viele Unternehmen hätten das erkannt, im Märkischen Kreis existiere ein Netzwerk betrieblicher und sozialer Ansprechpartner, die den Beschäftigten bei der Bewältigung von Krisen zur Seite stünden und zur Vertraulichkeit verpflichtet seien.

Die Beratungsstelle selbst, ausgestattet mit 2,5 Vollzeitstellen für die Sozialarbeiter beziehungsweise Sozialpädagogen, arbeitete im vergangenen Jahr mit 165 Klienten, darunter 86 Frauen. Zur Tätigkeit gehörten mehr als 1900 Einzelgespräche. Unverändert ist Alkoholkonsum (52 Klienten) das Hauptproblem bei Männern. Bei Frauen (51 Fälle) geht es in der Mehrzahl um eine Co-Abhängigkeit.

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