Arbeitslosenquote sinkt weiter: Jetzt 7,5 Prozent

Metoba-Geschäftsführer Dr. Sven Hering mit Vertretern der Agentur für Arbeit (v.l.).

LÜDENSCHEID ▪ Die Arbeitslosenquote geht weiter zurück und liegt in Lüdenscheid aktuell bei 7,5 Prozent (Mai: 7,8). Die Stellenvermittlung bewege sich auf hohem Niveau, die Chancen für Ältere seien deutlich besser als noch vor einem Jahr, und auch bei den 15- bis 20-jährigen sinkt die Zahl der Nicht-Vermittelten.

„Wir sind sehr optimistisch, dass sich dieser Trend weiterentwickeln wird“, sagte gestern Michael Stechele, Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit Iserlohn, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen. Grund für den Optimismus: Die Auftragsbücher der Firmen seien voll. Noch sei man aber nicht auf dem Vor-Krisen-Ausgangsniveau von 2008. In Zahlen lässt sich die Entwicklung in Lüdenscheid wie folgt beschreiben: Insgesamt verzeichnet die Arbeitsmarkt-Statistik für Juni 2974 Arbeitslose (Mai: 3094), die sich wie folgt aufteilen: 1424 Frauen (Mai: 1481); 533 Teilzeitarbeitssuchende (Mai 528); 701 Ausländer (Mai: 726); 278 Schwerbehinderte (Mai: 285); 302 15- bis 25-Jährige (Mai: 316); 518 55- bis unter 65-Jährige (Mai: 526); 1163 Langzeitarbeitslose (Mai: 1177) und 2251 Menschen im SGB II Jobcenter (Mai: 2309). Auch für diesen letzten Punkt sei die Prognose gut, betonte der zuständige Geschäftsführer Volker Riecke. Die so genannten „versteckten Arbeitslosen“, also Menschen, die die Statistik nicht zählt, während sie mit speziellen Maßnahmen gefördert werden, würden weniger. Die Entwicklung sei auch im Jobcenter deutlich günstiger, als es sich in der Statistik abbilde. „Die Arbeitskräfteknappheit greift jetzt“, sagt dazu Michael Stechele. Zudem habe man gemerkt, dass sich auf diese Weise viele Warteschleifen gebildet hätten, hieß es selbstkritisch. Heute seien Warteschleifen eher nachteilig, werden kritischer gesehen. Das gelte auch für junge Leute: „Jetzt geht es darum, möglichst schnell in Ausbildung zu gehen.“

Auch eine ganz andere Art der „Warteschleife“ will die Agentur für Arbeit endlich lösen: die Familienphase. Frauen sind nicht nur eines der zehn „Handlungsfelder“, die die Agentur für Arbeit für sich definiert hat. Frauen sind viel mehr: Die große Hoffnung, im demographischen Wandel noch ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Arbeitskräften zu haben, das es geschickt zu nutzen gilt. Dafür brauche man Firmen wie Metoba, stellte Rita Preuß gestern fest, Agentur-für-Arbeit-Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Auch um dieses Thema wieder einmal stärker in den Blickpunkt zu rücken, hatten sich die Agenturvertreter den diesbezüglich mehrfach ausgezeichneten Oberflächenveredler an der Königsberger Straße als passenden Ort ausgesucht, um den Arbeitsmarktbericht für Juni vorzustellen.

Geschäftsführer Dr. Sven Hering skizzierte anschließend nochmals kurz, wie aus „dem Bauchgefühl“ im Familienunternehmen ein besonderes Kennzeichen für einen technischen Betrieb erwachsen ist, der bei 85 Mitarbeitern 30 Prozent Frauen beschäftigt. Der Aufwand, sich als Firma familienfreundlich zu organisieren, sei recht hoch, räumte Dr. Hering ein: „Aber es lohnt sich, wenn man die Mitarbeiter binden will.“ Für Rita Preuß ein klares Signal: „Familienbewusst geführt Firmen werden in Zukunft deutlich weniger Probleme haben.“

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