Startschuss für den Arbeitskreis „Nahmobilität“

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Mehr Fragen als Antworten: Nachdenkliche Gesichter prägten das Bild bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises „Nahmobilität“.

Lüdenscheid - Lüdenscheid mag für manchen Höhenflug gut sein. Mitunter steht die Stadt in den Ranglisten aber auch ganz weit unten. So etwa in Sachen Fahrrad-Freundlichkeit. Schlechte Ranking-Ergebnisse in der jüngeren Vergangenheit und Klagen passionierter Radler sprechen eine deutliche Sprache.

Längst ist die Thematik auch bei der Verwaltung angekommen. Und die wünscht sich für die Zukunft offenkundig verbesserte Bedingungen für Fahrradfahrer und Fußgänger. Vor diesem Hintergrund hatte der städtische Fachdienst Stadtplanung und Verkehr jetzt zur ersten Sitzung eines Arbeitskreises „Nahmobilität für den Rad- und Fußverkehr“ eingeladen – eine Nachfolge-Veranstaltung des Lüdenscheider Radverkehrsforums vor Jahresfrist.

Überschaubare Resonanz

Die Verwaltungsabgesandten Lars Bursian und Nina Niggemann-Schulte sahen sich an diesem Abend allerdings einer überschaubaren Resonanz gegenüber. Rund 20 Besucher waren im alten Telekomgebäude am Rathausplatz erschienen. Darunter viele, die immer bei derartigen Treffen Präsenz zeigen. Vertreter von Parteien und Behinderten-Gremien etwa, Mitglieder von Fahrrad-Clubs und überzeugte Pedaleure. Mit dabei auch: Lüdenscheids Polizei-Chef Bernd Scholz.

Die Sitzung begann dabei durchaus zähflüssig. So verschlang bereits die Vorstellungsrunde knapp 30 Minuten. Ohnehin hatte die Verwaltung bewusst auf eine konkrete Tagesordnung verzichtet. Und mit greifbaren Resultaten an diesem Abend rechnete offensichtlich niemand im Raum. SPD-Mann Gordan Dudas formulierte es so: „Ich sehe das hier als einen Auftakt ohne Lösungen.“

Lose Themen- und Ideensammlung

Und so geriet die Diskussion eher zu einer losen Themen- und Ideen-Sammlung. Es ging um Ampelschaltungen und die Nutzung von Busspuren durch Radler. Um die Ängste von Behinderten und die Rücksichtslosigkeit von Verkehrsteilnehmern. Um die Topografie Lüdenscheids, um E-Bikes und um das Verhältnis zwischen Radfahrern und Fußgängern. Ebenfalls wieder im Gespräch: die mögliche Öffnung der Fußgängerzone und der Plätze in der Innenstadt für Radler. Kurz: Es ging um viele Einzelfragen.

Ein grober Tenor war dennoch erkennbar: Es soll sich etwas ändern für Fahrradfahrer und Fußgänger. „Wir brauchen ein Zukunftskonzept für alle“, so drückte es Fahrrad-Fan Wolfgang Utsch aus – und erhielt dafür Applaus. Auch Gordan Dudas forderte ein „Mobilitätskonzept für Lüdenscheid“. Da nickte auch Lars Bursian.

Polizei-Chef als Spielverderber

Doch Polizei-Chef Bernd Scholz gab postwendend den Spielverderber. Er verwies auf eine aktuelle Mobilitätsstudie aus dem Nordkreis. Und das hörte sich so an: „Der Märkische Kreis ist durch den Autoverkehr geprägt. Selbst kürzeste Wege von unter einem Kilometer werden mit dem Auto zurückgelegt. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.“

Heißt im Umkehrschluss: Ein spürbarer Aufschwung des Fahrradverkehrs ist auch fortan in der Region nicht zu erwarten. Mit dieser Einschätzung indes mochte sich an diesem Abend wohl keiner abfinden. - von Sebastian Schmidt

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