Mitarbeiter stehen hinter Sanierungskonzept

Härtha-Team unterstützt Chef Thomas Hertwig

Die Belegschaft der Härtha Lüdenscheid GmbH bekundete am Mittwoch mit einer Unterschriftenliste, die an Geschäftsführer Thomas Hertwig übergeben wurde, ihr uneingeschränktes Vertrauen in das Sanierungskonzept ihres Chefs.

LÜDENSCHEID ▪ Fast alle 120 Mitarbeiter der Härtha Lüdenscheid GmbH haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie Geschäftsführer Thomas Hertwig ihr volles Vertrauen aussprechen und dessen nachhaltiges Sanierungskonzept unterstützen.

Bei der Überreichung der Unterschriftenliste waren auch Karl-Friedrich Waffel vom Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie und Bernd Schildknecht, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, zugegen.

Die beiden zogen sich gleich nach dem Termin im Härtha-Betrieb am Hohen Hagen zu Gesprächen zurück, um einen Standortsicherungsvertrag zu vereinbaren. „Darin werden wir die Maßnahmen festlegen, die den rechtlichen Rahmen für den Erhalt des Unternehmens schaffen. Seit der Krise 2008/09 haben wir gemeinsam durch eine intelligente Tarifpolitik rund 7000 Arbeitsplätze gesichert“, betonte Waffel.

„Es ist ungewöhnlich, mit welcher Geschlossenheit die Mitarbeiter hier hinter der Betriebsleitung stehen. Das spricht für das gute Verhältnis untereinander, das wir unterstützen. Und wir wollen mit der Erarbeitung eines Tarifvertrags die jetzige Konstellation sichern“, unterstrich Schildknecht und meinte damit das erarbeitete Sanierungskonzept von Härtha-Chef Thomas Hertwig, das die Optionen für eine gesunde Weiterführung des Unternehmens schaffe. Es seien jetzt Regelungen im Kollektiv erforderlich. Die Härtha-Mannschaft war bisher nicht tarifgebunden. Jetzt soll dies mit der Erarbeitung eines verbandsgebundenen Firmentarifvertrags schon am Donnerstag der Vergangenheit angehören, denn dann tagt der Gläubigerausschuss, der damit ein positives Signal zur sicheren Unternehmensfortführung erhält.

„Wir sind auf einem guten Weg“, hob noch einmal Härtha-Betriebsratsvorsitzender Bernd Windisch hervor. „Das Härten ist ein tägliches, ja stündliches Geschäft und wir haben eine hochsensible Kundschaft. Deshalb ist das Laufen des operativen Geschäfts von entscheidender Bedeutung.“ Nervlich habe sich in den vergangenen Wochen die Situation durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens schon zugespitzt. Um so wichtiger sei es, alle Kräfte weiter an Bord zu haben. Deshalb sei aus der Belegschaft spontan die Idee gekommen, eine Unterschriftenliste für die Weiterführung des Betriebes auszulegen und Thomas Hertwig zu unterstützen. „Wir wollen das Unternehmen ruhig und sicher durch diesen Prozess führen“, sagte Windisch. „Ein Streik wäre sicherlich kontraproduktiv gewesen. Aber wir wollten den Mitarbeitern, die viele Opfer gebracht haben, in der angespannten Situation auf jeden Fall ein Ventil geben.“

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