Arbeiten am Schneckenhaus beginnen: Freude auf Pizza und Pilates

LÜDENSCHEID - Die Arbeiten beginnen: Das Industriedenkmal an der Bromberger Straße wird zum Schneckenhaus. Das wird in den kommenden Monaten entstehen:

Von Thomas Hagemann

Es regnet nicht nur durchs Dach, der Wind treibt die Tropfen sogar durch die Fenster in die alte Maschinenhalle. Brigitte Klein wischt sie tapfer weg: „Am Jahresende“, sagt sie, „stehen hier hoffentlich drei Sporthallen samt Umkleiden, Küche, Technikraum und Bistro. Dann gibt’s hier Pizza!“ Und Pilates. Und Kinderturnen. Und Zumba-Kurse. Das Industriedenkmal an der Bromberger Straße verwandelt sich in das Schneckenhaus. Dieser Name passt: zum Vereinsheim der Turbo-Schnecken, deren Vorsitzende Brigitte Klein ist. Und er passt, weil hier tatsächlich ein „Haus im Haus“ entsteht.

Die Arbeiten dafür haben begonnen: Ende letzter Woche brach Firma Wacker den 28 Meter hohen Kamin der alten Maschinenfabrik ab. „Den zu erhalten, hätte allein 30 000 Euro gekostet, die Folgelasten nicht gerechnet“, erklärt Schnecken-Sprecher Björn Diergardt. Der mit 2100 Mitgliedern größte Breitensportverein in Lüdenscheid könne dieses Geld anderweitig besser verwenden, zumal der Denkmalwert des Kamins nicht hoch gewesen sei.

Einfach weggewischt werde die Geschichte des charakteristischen Industriegebäudes aber nicht: Draußen soll eine Maschine als Denkmal stehen, drinnen eine Ausstellung mit hier gefertigten Teilen gezeigt werden. Doch das Herz des Schneckenhauses bilden die drei Hallen, die auch zu einer großen zusammengefasst werden können – ein modernes Sportzentrum soll hinter der unverwechselbaren Fassade entstehen.

Damit das alles klappt, sind 25 Mitglieder in Arbeitsgruppen für Sport, Finanzen oder Marketing aktiv. „Anders wäre das nicht zu stemmen“, weiß Brigitte Klein. Doch der Wille, endlich wieder ein Heim für die auf 16 Sporthallen verteilten Schnecken zu haben, sei groß. So groß wie das Projekt selbst, das 3,1 Millionen Euro erfordert, von denen der Verein gut eine Million selbst aufbringen muss.

Die Summe hört sich riesig an, doch dank der vielen Mitglieder, der Kursgebühren und geschaffener Rücklagen sei das machbar. Eigenleistungen der Schnecken sind dagegen weniger gefragt: „Was wir selber machen können, werden wir natürlich machen“, sagt Brigitte Klein. Doch dass an dem Denkmal nur Fachfirmen arbeiten dürfen, sei eine Bedingung der Fördergeber gewesen.

Björn Diergardt erzählt indes, wie sie sich nach dem Mitgliederbeschluss andere Vereinszentren ansahen – einen Wellblech-Bau in Holland zum Beispiel, der auch schon 2,5 Millionen Euro kostete: „Da werden wir es hier viel schöner haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare