Firmenlauf im MK: So viel wurde für den Klimaschutz getan

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Lüdenscheid – Trinkwasser aus der Leitung, unbeschichtete Pappbecher, ein Shuttlebus sowie Streckenkontrolleure auf dem E-Roller: Ihrem Ziel eines möglichst klimaneutralen Firmenlaufs sind die Turboschnecken in diesem Jahr bereits ein großes Stück näher gekommen.

Das zumindest bescheinigte ihnen in dieser Woche Michael Müller von der Energie-Agentur NRW. „Für den ersten Aufschlag sehen die Werte ganz gut aus – auch im Vergleich zu anderen Läufen“, lautete in dieser Woche sein Fazit. Natürlich zur Freude der Organisatoren um Schnecken-Vorsitzende Brigitte Klein.

Wie berichtet hatte sich der Verein bei der 17. Auflage seines Firmenlaufs das Ziel gesetzt, die Veranstaltung mit knapp 6000 Läufern und Hunderten Zuschauern so abfall- und schadstoffarm wie möglich zu gestalten. Fachliche Unterstützung erhielten sie dabei vom Team der Verbraucherzentrale, der Energie-Agentur, der AOK sowie den Klimaschutzbeauftragten von Stadt und Kreis. Auch wenn bereits im Vorfeld klar war, dass sich einige Veränderungen so kurzfristig nicht umsetzen ließen, so drehten die „Schnecken“ doch an so mancher Stellschraube. Mit positiven Ergebnissen, wie ihnen die Energie-Agentur nun bescheinigte:

Beispiel Mobilität

Durch den Einsatz eines kostenlosen Busshuttles in die Innenstadt geht die Energie-Agentur davon aus, dass 5470 Kilogramm CO2 eingespart werden konnten. „Hier möchten wir das Prozedere noch verbessern, um konkretere Zahlen zu bekommen“, verweist Klein darauf, dass die Rückmeldungen darüber, wie die Teilnehmer angereist sind, ausschließlich über die Team-Kapitäne liefen. Und auch nicht jeder hätte eine Rückmeldung gegeben. Eine Online-Abfrage für jeden einzelnen Läufer könnte in ihren Augen eine Möglichkeit für die Zukunft sein.

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid - Team-Fotos

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid, Teil 1

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid, Teil 2

Beispiel (Rest-)Müll

Laut Energie-Agentur fielen in diesem Jahr 1200 Liter Restmüll an, was Emissionen von 69 Kilogramm CO2 entspräche. Aber: Die CO2-Einsparungen gegenüber dem Vorjahr lägen bei 191 Kilogramm. Und: Auch finanziell konnten die Veranstalter sparen, denn weniger Müll bedeutet auch weniger Kosten. „Es ist uns tatsächlich schon beim Abbauen aufgefallen, dass weniger Müll herumlag als noch in den Jahren zuvor“, konnten auch die „Schnecken“ sichtbare Unterschiede ausmachen. 

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid, Teil 3

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid, Teil 4

Beispiel Becher

Laut Auswertung seien 7250 Mehrwegbecher, 8000 Becher aus unbeschichteter Pappe sowie 10 500 Becher aus Maisstärke benutzt worden – das entspräche einer Gesamtemission CO2 von 526,5 Kilogramm. Zum Vergleich: Wären alle Becher aus dem Mehrwegsystem, lägen die Emissions-Einsparungen bei 269 Kilogramm. „Natürlich sind wir uns alle darüber einig, dass ein Mehrweg-Pfand-System das Beste wäre, aber das ist auch eine Herausforderung“, wissen die Verantwortlichen vor allem um die Probleme entlang der Strecke. Netze oder Gitterboxen zum Sammeln sind dafür bereits im Gespräch. 

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid, Teil 5

AOK-Firmenlauf 2019 in Lüdenscheid - After-Run-Party

Beispiel Druck

Durch das Zurückfahren beim Druck von Plakaten – stattdessen wurden diese per Mail an die Betriebe verschickt –, hätten laut Energie-Agentur 120 Kilogramm CO2 eingespart werden können. 

Beispiel Snacks

Ob Brötchen oder Obst – die Gesamtemissionen lagen für diesen Bereich bei 990 Kilogramm, das waren 20 Kilogramm CO2-Emissionen weniger als im Vorjahr. „Hierbei fielen die Einsparungen nur minimal aus, da bereits in den Vorjahren Produkte aus der Region verwendet wurden.“ Fazit: Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Turboschnecken und ihre Unterstützer in den Bereichen Becher, Müll, Druck und Snacks 505,5 Kilogramm CO2 Emissionen einsparen. Der CO2 -Fußabdruck pro Teilnehmer beliefe sich demnach auf 17,98 Kilogramm. „Umgerechnet auf den Wert, den ein Baum an CO2 binden kann, entspricht dies einem Baum pro Teilnehmer.“ 

Alles zum AOK-Firmenlauf

Dass es nicht möglich sein wird, für jeden Läufer einen Baum zu pflanzen – und das regelmäßig, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Aber: Dass es noch viele kleine Verbesserungsmöglichkeiten gibt, ist ihnen durchaus bewusst. Und eben dafür haben sie bereits viele Ideen. Ganz konkret ist beispielsweise die Idee vom Klimaschutzbeauftragten Marcus Müller, in jedem Jahr einen Firmenlauf-Baum im Stadtgebiet zu pflanzen. „Das haben wir fest vor.“ 

Für den ersten klimafreundlichen Firmenlauf gab es ein positives Fazit – zur Freude von Kerstin Mlitz, Michael Grüber (AOK), Brigitte Klein, Viola Link (Verbraucherzentrale), Michael Müller (Energie-Agentur) und Marcus Müller (Klimaschutzbeauftragter).

Auch ein Wettbewerb für die klimafreundlichste Anreise, ein „Lüdenscheid-Becher“, der veranstaltungsübergreifend im Mehrweg-Pfand-System genutzt werden könnte, ein freiwilliger Startgeld-Aufschlag zugunsten von „grünen Maßnahmen“ im Stadtgebiet – die Möglichkeiten sind vielfältig und sollen in den kommenden Monaten diskutiert werden. „Ich bin in jedem Fall froh, dass wir dieses Thema in diesem Jahr angegangen sind“, freute sich Brigitte Klein über die Unterstützung auf breiter Basis. Und auch Energieberater Michael Müller lobte die Bemühungen: „Klimafreundlichkeit schafft man eben nicht mit einem Fingerschnipp, sondern sie ist ein Prozess mit vielen kleinen Schritten.“

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