Feucht, aber fröhlich beim runden Geburtstag

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Laufen in Regencapes: der Firmenlauf 2012...

LÜDENSCHEID ▪ Man sollte Petrus nicht herausfordern! Bei der neunten Auflage 2011 noch von Ralf Jurka, einem der Cheforganisatoren des AOK-Firmenlaufes, für das Event vereinnahmt („Petrus ist ein Firmenläufer“), gab der Vereinnahmte 2012 die Antwort.

Ende Juni hatten AOK und Turbo-Schnecken die zehnte Auflage wegen zu befürchtender Gewitter abgesagt. Am Freitag nun am Nachholtermin regnete es den gefürchteten Lüdenscheider Regen, was zu erheblichen Teilnehmer- und Stimmungs-Einbußen führte. Vielleicht ist Petrus am Ende doch kein Firmenläufer.

Im Juni hatten sich Brigitte Klein und das Turbo-Schnecken-Team noch auf mehr als 7000 gemeldete Läuferinnen und Läufer aus 342 Firmen des gesamten Märkischen Kreises gefreut. Ein gigantischer Rekord wäre das gewesen. Der Start war deshalb verlegt worden in die Friedrichstraße. Daran hielten die Organisatoren auch diesmal fest. So klebte an der Commerzbank ein Hinweisschild: Hier sollten die Nordic-Walker auf die Strecke gehen. Tatsächlich allerdings starteten die letzten Aktiven auf Höhe der Eisdiele in der Friedrichsstraße. So fehlten mehrere Hundert Meter dicht gedrängte Läufermasse. „Vielleicht sind es am Ende die Hälfte gewesen“, gestand Brigitte Klein ein – eine genaue Starterzahl war letztlich nicht zu ermitteln.

Dominierten in den vergangenen Jahren bunte Verkleidungen und beste Laune das Firmenlauf-Bild, so vollzog der Lauf im Regen einen Imagewechsel. Nun waren es grüne und pinke Regencapes, die die AOK ausgegeben hatte, die das Bild bestimmte. An die Stelle der guten Laune trat Galgenhumor. Und statt eines prall gefüllten Rathausplatzes waren vor dem Start Extrablatt und Eisdielen als Trockenbereiche bestens frequentiert.

Nach dem Startschuss um 19.30 Uhr lief der Tross vereint gegen die unwirtliche Witterung an. An den Straßenrändern waren die Reihen lichter als sonst – angefeuert wurde dennoch. Zu beklagen war all das nicht, im Gegenteil. Letztlich war es für die Zuschauer noch unangenehmer als für diejenigen, die sich bewegten. Gemessen an den Umständen waren es viele Zuschauer und Läufer. Gemessen an vorherigen Auflagen waren es wenige.

Negative Vorfälle blieben fast durchweg aus. Eine Läuferin stürzte am Start und zog sich einen Cut am Auge zu. Ansonsten war zwar mancher Schritt auf der teils rutschigen Strecke nicht ganz ungefährlich, doch letztlich kamen alle Aktiven gut ins Ziel. Am schnellsten war zum dritten Mal in Folge Abdulah El Youbari – der Fußballer des TuS Ennepetal lief für die Firma Diko Maschinenbau bereits um 19.46 Uhr über die Ziellinie und war damit noch schneller als der Neuenrader Triathlet Christian Maul (Firma Schniewindt). „Ich musste ja Gas geben, mein Trainer hat mir für den Lauf eine Trainingseinheit frei gegeben“, erklärte der Kicker.

Auf Geschwindigkeit kam es indes nicht an. „Laufen fürs Betriebsklima“ hieß das Motto. Zum Laufen gehört beim Firmenlauf in diesem Kontext selbstverständlich das Feiern nach dem Laufen. Ein rauschendes Sommerfest wurde es nicht, doch so mancher Unentwegte ließ Regen Regen sein und tanzte trotzdem auf dem Rathausplatz. Laufen und Feiern im Regen – auch das kann am Ende zusammenschweißen.

Thomas Machatzke

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