Anwohner wollen keine Windräder

Windkraft: Bürgerinitiative Leifringhausen informiert in Brüninghausen

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Lüdenscheid - Die mögliche Errichtung von zwei Windrädern zwischen den Lüdenscheider Ortsteilen Leifringhausen und Brüninghausen stößt bei der Anwohnerschaft offenkundig auf breite Ablehnung. Das hatte sich bereits bei einem Protest-Auftritt vor drei Wochen in Leifringhausen abgezeichnet. Und das bestätigte sich am Wochenende auch bei einer Veranstaltung, die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Leifringhausen initiiert hatten.

Gut 60 Besucher hatten sich an diesem Abend in der Brüninghauser Halle eingefunden. Unter ihnen waren keine Befürworter besagter Windräder erkennbar. Laut Anja Bitzhenner, 2. Vorsitzende der BI Leifringhausen, sollte das Treffen eine erste Information für die Bürger darstellen. Bitzhenner war es auch, die zusammen mit dem BI-Vorsitzenden Christian Winter und Kassenwart Felix Wiese zum Publikum sprach.

Von den Auswirkungen der Windkraftanlagen wären Winter zufolge nicht nur die umliegenden Siedlungen betroffen: „Die halbe Stadt wird die Dinger sehen können.“ Und die Worte von Anja Bitzhenner: „In die Natur gezogen zu sein und dann solche Trümmer in den Garten gestellt zu bekommen – das war nicht mein Plan.“ Ein anderer Anwohner sieht Leifringhausen längst am Belastungslimit: „Wie haben hier die Mülldeponie und die Autobahn mit ihren Emissionen. Und nun will man uns auch noch die Windräder zumuten. Die Bürger sind wieder einmal die Doofen.“

Neben großflächigen Abholzungen für die Windrad-Errichtung fürchten die Anwohner auch neue Hochspannungsleitungen als Folge des Projekts und vor allem Gesundheitsgefahren. So hat Christian Winter recherchiert, dass von den Windrädern eine „Schallleistung von 103,5 Dezibel“ ausgehen würde. Das wiederum entspräche der Geräuschkulisse „eines Discolautsprechers im Abstand von einem Meter“.

Es gab reichlich Gesprächsbedarf: Gut 60 Bürger waren zu der Info-Veranstaltung in der Brüninghauser Halle erschienen.

Angesichts des gesundheitlichen Aspekts wiesen Anwohner darauf hin, dass mit der Kita „Die Arche“, dem Klinikum Lüdenscheid und Haus Hellersen gleich mehrere Einrichtungen für besonders schutzbedürftige Menschen in einer Entfernung von wenigen Hundert Metern bis zu 1,3 Kilometern zu den Windrädern liegen würden.

Auch ein Vorstandsmitglied des windkraftkritischen Bündnisses „Gegenwind Südwestfalen“ meldete sich an diesem Abend zu Wort. Tenor seiner Aussagen: Der Märkische Kreis setze – im Gegensatz zu anderen Kreisen – stark auf Windkraft. Dabei übe er „Druck auf die Kommunen aus“, dem Bau von Windrädern keine Steine in den Weg zu legen. Dennoch lohne sich der Bürger-Widerstand gegen die Anlagen.

Den wollen die Anwohner forcieren. Eine Petition an den Landtag ist vorgesehen, eine Unterschriftensammlung angelaufen. Mehrere Hundert Signaturen liegen laut Anja Bitzhenner schon vor. Weitere Abwehrstrategien, prognostizierte Bitzhenner, hingen maßgeblich von einer Akteneinsicht zum Verfahren ab: „Diese Akteneinsicht benötigen wir dringend. Und der Kreis hat sie uns mittlerweile auch in Aussicht gestellt.“

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