Anwohner unzufrieden: Entfernung von Rosskastanien an der Hotopstraße

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Martin Jung, beim STL zuständig für den Bereich Pflege von Grünflächen (links), zeigte etwa 15 Anwohnern die Schäden an den Rosskastanien. Die Bürger machen sich Sorgen wegen des Verlusts des Allee-Charakters.

Lüdenscheid - Begeisterung sieht anders aus: Anwohner der Hotopstraße haben sich mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtreinigungs-, Transport-, und Baubetriebs (STL) getroffen, um sich über die Entfernung von 37 Rosskastanien zu informieren. Dabei ging es auch um eine Ersatzbepflanzung.

„Das gibt also einen radikalen Kahlschlag und wir sehen hier bald keinen Baum mehr“, zeigte sich eine Frau frustriert. Dass an der Hotopstraße aus Gründen der Verkehrssicherheit 37 Rosskastanien entfernt werden müssen, war für die Anwohner beim Ortstermin am Mittwoch eine Nachricht, die sie nur ungern akzeptieren wollten.

Dennoch blickten die Interessierten mit Bürgermeister Dieter Dzewas und Hans Jürgen Badziura, Fachdienstleiter Umweltschutz und Freiraum, sowie Martin Jung, beim STL zuständig für die Pflege von Grünflächen, in die Zukunft. Ihr Anliegen: Der Allee-Charakter muss so schnell wie möglich wieder hergestellt werden.

Bäume von Bakterien und Holz-Zersetzern befallen

Auch die Baumkronen der Kastanien leiden darunter, dass die Bäume zu nah beisammen stehen, erklärte der Fachmann.

Doch der Reihe nach: Laut eines öffentlich bestellten Baumgutachtens leiden die Rosskastanien der Allee an einem Pseudomonas-Befall, wie Hans Jürgen Badziura den Bürgern erklärte. Martin Jung bestätigte, es handle sich um Bakterien, die sich über die Rinde eine Eintrittspforte in den Baum verschaffen und so Holz-Zersetzern wie Pilzen den Weg ebnen. „Nach meiner Erfahrung stirbt ein befallener Baum früher oder später ab“, erklärte Jung. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben.

Badziura erläutert Zeitplan für Entfernung und Ersatzbepflanzung

37 Bäume – zwölf mehr als in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Bau und Verkehr sowie Stadtplanung und Umwelt am 27. Januar angekündigt – sollen gefällt und durch neue ersetzt werden.

Badziura und Jung erklärten dazu den Zeitplan. So schnell wie möglich, eventuell noch im Februar, sollen die Rosskastanien samt Wurzelwerk entfernt werden. Es handelt sich um die Bäume, die an den Seiten der Hotopstraße aufwärts sowie v-förmig um das ehemalige Umkleidegebäude am Sportplatz Bismarcksäule stehen.

Möglicherweise stressresistente Amberbäume als Ersatz

„Wir suchen derzeit per Ausschreibung eine Unternehmen, dass die Bäume entfernt“, so Badziura. Die Ersatzbepflanzung – vermutlich mit Amberbäumen oder ähnlich robusten und stressresistenten Bäumen – „erfolgt idealerweise im kommenden Herbst oder Winter“, so Badziura.  Jung ergänzte: „Man pflanzt am besten, wenn keine Blätter an den Bäumen sind.“

Wichtig sei auch, den Abstand zwischen den Bäumen zu vergrößern und jedem einzelnen eine große Grube – mindestens zwölf Kubikmeter – mit gutem Substrat zu gewähren, erklärten die Fachmänner. „Dann können auch raumbildend schöne und gesunde Kronen entstehen. Bei den Rosskastanien ist wegen der drangvollen Enge, in der sie stehen, genau das nicht der Fall“, so Badziura.

Anwohner haben Angst, dass keine neue Allee entsteht

Der Abstand zwischen zwei Bäumen werde bei den Neupflanzungen etwa 20 Meter betragen, demzufolge reichten weniger Bäume. „Und das ausführende Unternehmen wird auf Sie zukommen, wenn es um die genaue Platzierung der Bäume geht“, versprach er den Anwohnern.

Diese fürchten wiederum, dass es nicht schnell genug – vielleicht nie – eine Ersatzpflanzung geben werde, da die Kosten für die gesamte Aktion (etwa 90 000 Euro) noch nicht im Haushalt verankert sind. „Aber wir haben einen Großteil des Geldes von einer ähnlichen Maßnahme an der Parkstraße rübergeschaufelt“, versicherte Badziura. Dzewas sagte: „Das Vorhaben wird im Haushalt 2017 verankert.“

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