Bürger begehren gegen Piepenstock-Pläne auf

Anwohner und Umweltschützer wollen Autohaus-Projekt stoppen

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Noch pflanzenreich und unbebaut: die Landschaft an der oberen Oedenthaler Straße. Das soll auch künftig so bleiben, finden Umweltschützer und Anwohner. Deshalb wollen sie ein Autohaus an dieser Stelle verhindern.

Lüdenscheid - Gegen eine mögliche Ansiedlung von VW-Händler Piepenstock an der Oedenthaler Straße soll es ein Bürgerbegehren geben, begleitet von Protestaktionen in den sozialen Medien. Das war die zentrale Botschaft einer Info-Veranstaltung der Lüdenscheider Grünen.

Mehr als 30 Bürger drängten sich an diesem Abend in das kleine Parteibüro in der Altstadt. Viele Bewohner der Siedlung Hulsberg, aber auch ausgewiesene Umweltexperten. So etwa Enno Günnigmann von der Naturwissenschaftlichen Vereinigung. 

Sie alle möchten an besagter Örtlichkeit kein Autohaus sehen. Vor diesem Hintergrund hatten die Grünen auch eingeladen. Die Worte von Grünen-Fraktionschef Otto Bodenheimer: „Wir wollen das Bauvorhaben verhindern.“ Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren sind laut Bodenheimer circa 4500 Unterschriften nötig.

Volles Parteibüro: Mehr als 30 Besucher waren zum Info-Abend der Lüdenscheider Grünen erschienen. Am Ende fiel die Entscheidung, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

Derzeit verlaufen die Fronten so: Nachdem der von Piepenstock angepeilte Umzug von der Lutherstraße an die Wiesenstraße gescheitert ist, hat das Unternehmen mittlerweile ein Frei- und Grün-Areal an der oberen Oedenthaler Straße – direkt gegenüber einer nahen Burger-Braterei – für sich entdeckt (wir berichteten). Auf 20.000 Quadratmetern könnte dort ein neues Autohaus der Traditionsfirma entstehen. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Fläche von drei Fußballfeldern mit einer jeweiligen Standardgröße von 105 mal 68 Metern.

Im Planungs- und Umweltausschuss haben SPD, CDU und FDP jüngst Zustimmung für eine Piepenstock-Niederlassung an der Oedenthaler Straße signalisiert. Die Linken schwanken noch, die Grünen sind dagegen. Endgültig entschieden ist noch nichts.

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Regelrecht entsetzt über ein denkbares Autohaus an der Oedenthaler Landstraße zeigten sich derweil die beim Info-Abend der Grünen versammelten Umweltschützer sowie die Bewohner der Siedlung Hulsberg, die sich rund 500 Meter Luftlinie entfernt befindet. Die Bürger fürchten etwa die Rodung von Wald, die Verschandlung einer intakten Landschaft und die Vernichtung einer Nische für seltene Vögel. Alle scheinen außerdem der Überzeugung zu sein, dass ein Piepenstock-Bau Türöffner wäre für eine großflächige Überziehung des noch grünen Oedenthals mit Gewerbebetrieben. Der ehemalige Revierförster Fritz Grüber sieht öko-feindliche Tendenzen in der Stadt: „Es gibt kein Gewissen mehr. Dieses Bauprojekt ist ein Skandal.“

Gleichzeitig machten die Beschwerdeführer klar, nichts gegen das Unternehmen Piepenstock zu haben. Man gönne, so der Tenor, „der Firma natürlich einen neuen Standort“ – aber eben nicht im „Landschaftsidyll Oedenthal“.

Stichwort Bürgerbegehren

Es könnte ein langer Weg sein: Ein erfolgreiches Bürgerbegehren würde die Autohaus-Pläne für die Oedenthaler Straße nicht automatisch stoppen. Allerdings müsste sich der Stadtrat – sollte er bis dahin mehrheitlich für den Piepenstock-Bau votiert haben – noch einmal mit dem Thema befassen. Rüttelt der Rat nicht mehr an seinem Beschluss, käme es zu einem Bürgerentscheid. Bei dem reicht eine einfache Mehrheit – wenn sich eine Mindestzahl der Wahlberechtigten beteiligt.

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