„Anwenderzentrum Formenbau“ in Sichtweite

Vorstand und Beirat der „Trägergesellschaft Südwestfalen“ haben sich in den vergangenen Jahren für ein Anwenderzentrum „Werkzeugbau“ in Lüdenscheid stark gemacht.

LÜDENSCHEID ▪ Das Projekt eines „Anwenderzentrums Formenbau“, eine Forschungs- und Entwicklungsstation für Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus, hat eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Realisierung genommen: „Das Projekt war hervorragend ausgearbeitet, die Finanzierung geklärt, und es gab keine offenen Fragen mehr“, erklärte Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, die direkte Heraufstufung des Projekts von einem auf drei Sterne.

Damit stehen dem Vorhaben Fördermittel des Landes offen. Nun erwartet die „Trägergesellschaft Südwestfalen“, die das Projekt als Verein vorangetrieben hat, einen Förderbescheid der NRW-Bank. Vier Millionen Euro seien mündlich zugesagt worden, sagte Robert Meigies von der Trägergesellschaft gestern im Gespräch mit den LN.

Das „Anwenderzentrum Formenbau“ soll nach dem Kunststoff-Institut das zweite An-Institut der Fachhochschule Südwestfalen werden. Auch die Standortfrage, so Meigies, sei „zu 95 Prozent“ bereits geklärt: Nach der Auflösung ihres Werkzeugbaus verfügt die Firma Hasco über geeignete Räume, die sie für das Anwenderzentrum vermieten könnte. Auch Räume für ein Schulungszentrum stünden dort zur Verfügung.

Insgesamt 40 Firmen, vor allem aus Lüdenscheid und Umgebung, engagieren sich inzwischen für die „Forschungs- und Entwicklungsstation für Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus“, darunter auch der Autozulieferer Kostal und der voraussichtliche Standort Hasco. Ziel sind ein Verbund der beteiligten Firmen und die Entwicklung neuer Technologien und Fertigungsverfahren, die die Wettbewerbsfähigkeit der vielen kleinen heimischen Betriebe in diesem Bereich sichern sollen. Nur in einer solchen Organisationsform seien die beteiligten Firmen in der Lage, gemeinsam Großaufträge, etwa der Autoindustrie, abzuarbeiten. „Konkurrenzdenken darf es da nicht mehr geben“, betont Robert Meigies. Angesichts der starken Konkurrenz aus Fernost gehe es dabei um die Zukunftsfähigkeit eines ganzen Wirtschaftszweiges: „Auf Dauer kann der Werkzeugbau hier in der Region in seiner jetzigen Struktur nicht überleben.“ ▪ thk

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