Allgemeine Verunsicherung

Dr.  Nabiyar berichtet aus afghanischer Partnerschule

+
Die unteren Klassen der Atefa-Mädchenschule erhielten aus Spenden des Lions-Cubs Iserlohn-Letma-the und des Ärztevereins Lüdenscheid /Altena Stoffe für neue Schulkleidung.

Lüdenscheid/Estaelf - Im April/Mai war Dr. Anwar Nabiyar für mehr als drei Wochen in Afghanistan. Viele Aufgaben waren zu erledigen: Einige der Studentinnen, die ihre Examina mit zum Teil herausragenden Ergebnissen abgeschlossen hatten, brauchten Hilfe bei der Vermittlung einer Anstellung.

12 neue Studentinnen, deren Ausbildung dank der Spenden in den Stipendienpool und durch ein Einzelstipendium ermöglicht wird, konnte der 1. Vorsitzende des Vereins Eschan bei der Studienaufnahme unterstützen. Aber er brachte aus Estalef auch weniger erfreuliche Nachrichten mit:

„Zwischenzeitlich deprimiert war ich durch die Meldung, dass erstmals Eltern knapp 20 Mädchen abmeldeten. Der Grund ist die allgemeine Verunsicherung wegen des bevorstehenden Abzugs der ausländischen Truppen. Hinzu kommt die zunehmende Kriminalität: Im April wurde der Sohn des Landrates entführt und erst nach Zahlung von 60 000 Dollar frei gelassen. Unglücklicherweise brannte dann auch noch die Schülerin einer anderen Schule mit einem Jungen durch, was im sittenstrengen Afghanistan die Ehre der Familie zutiefst verletzt. Der eine oder andere Vater fragt sich dann, ob Bildung für seine Töchter tatsächlich der richtige Weg ist. Trotzdem bringen im Vergleich zu anderen Mädchenschulen sehr viele Schülerinnen ihre Ausbildung zum Abschluss. Das zeigt, dass sich in den Köpfen bereits viel verändert hat.“

Entwicklung ist erfreulich

Erfreulich sei es auch, wie viele der Abiturientinnen sich mit dem Einverständnis ihrer Väter für ein Studium entscheiden und dass die vielen Mädchen der 12. Klasse unbedingt ihr Abitur machen wollen. Auch wenn die Situation in Estalef nicht ganz so unproblematisch wie früher sei, sei die Entwicklung insgesamt doch erfreulich. „Das spiegelt sich auch darin, dass die Atefa-Schule erneut als beste Schule ausgezeichnet wurde und gleich zweimal eine Belobigungsurkunde bekam: Vom Bildungsministerium und vom Präsidenten des Parlaments. Dankeschön an die vielen Einzelpersonen und Organisationen, ohne die dies nicht möglich wäre.“

Gern blickt Dr. Anwar Nabiyar auf die Feier zum 10. Geburtstag der Atefa-Schule zurück, die im April im Bergstadt-Gymnasium veranstaltet wurde. In diesem Zusammenhang hebt er auch die Spende über 20 000 Euro des Rotary-Clubs Einbeck-Norheim hervor, die Stipendien für den nächsten Jahrgang ermöglicht. „Dass auch diese Mädchen eine Perspektive für ihre Berufsausbildung bekommen, macht Mut.“ - my

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare