Warten aufs Knöllcheneine echte Geduldsprobe

Antrag per Blitzer-Foto: So ging die Geschichte weiter

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Jarek Plonka hatte seinen Antrag sorgfältig vorbereitet.

Lüdenscheid – Per Blitzer-Foto machte er seiner Freundin 2011 einen Heiratsantrag - vor einigen Tagen meldete sich das Lüdenscheider Paar auf Facebook zu Wort. Nun haben wir ihre Geschichte erfahren - und die ist anders als erwartet.

Sein origineller Heiratsantrag ging durch zahlreiche Medien: Am 21. Mai 2011 fuhr der Lüdenscheider Jarek Plonka mit dem Peugeot 207 seiner Freundin Jasmin absichtlich zu schnell in die Radarfalle an der Autobahnanschlussstelle Lüdenscheid-Nord. Dort hielt er ein Pappschild an die Windschutzscheibe und ließ sich mit der Aufschrift „Willst Du Mich Heiraten?!“ blitzen. 

Doch die Geschichte dahinter ist anders als erwartet. Denn als das Knöllchen mit der Liebesbotschaft etwa einen Monat später ins Haus flatterte, waren die beiden bereits verheiratet. 

Warten aufs Knöllchen echte Geduldsprobe

Aber von vorn: Bereits kurz nach dem LN-Bericht zum Antrag per Blitzer vorige Woche meldete sich das Paar auf Facebook zu Wort. Der Verwarngeldbescheid kam 2011 bei Freundin Jasmin Plonka an, und: Vor mehr als sieben Jahren haben sich die beiden das Ja-Wort gegeben und inzwischen sogar zwei Kinder. 

Allerdings war das Warten aufs Knöllchen für Jarek Plonka eine echte Geduldsprobe. Doch nicht etwa aus Nervosität vor der Antwort auf die große Frage – seine Liebesbotschaft erreichte seine Freundin gar nicht mehr pünktlich. Die beiden haben sich in der Zwischenzeit in Las Vegas trauen lassen. 

Sie gaben sich das Ja-Wort in Las Vegas: Doch erst kurz nach dem Urlaub kam das Blitzer-Foto zuhause an.

„Wir hatten das schon vorher geplant – eine kleine Zeremonie, ohne Elvis oder so einen Kitsch“, erzählt Jasmin Plonka. „Jarek und ich sind schon ewig zusammen, ich war 18 und er 19, als wir uns kennengelernt haben“, sagt die 36-Jährige. Einen „typischen“ Heiratsantrag habe es nicht gegeben, vielmehr „haben wir darüber gesprochen. Für uns war einfach klar, dass wir heiraten werden“, sagt Jarek Plonka. 

Lesen Sie hier die Vorgeschichte

Doch so ganz wollte er sich die große Geste dann doch nicht nehmen lassen: „Ich dachte auch, dass der Wunsch bei ihr bestimmt doch irgendwie da ist“, erinnert sich der 37-Jährige. Also schmiedete er einen Plan: Der Kfz-Mechaniker habe schon immer geschraubt, stets etwas mit Autos zu tun gehabt – „der Antrag sollte ja glaubwürdig sein“. 

Blitzer-Foto als Erinnerungsstück

Und ihren Peugeot „hat Jasmin geliebt. Erst wollte ich irgendwas damit machen, das Auto vielleicht dekorieren. Aber das war mir dann zu langweilig. Der Antrag sollte außergewöhnlich werden – so wie auch unsere Hochzeit in Las Vegas außergewöhnlich war“. 

Dann kam er auf die Idee mit dem Blitzer-Foto. „Ich dachte: So behält sie etwas als Erinnerungsstück – Schwarz auf Weiß. Damit hat man etwas in der Hand und kann es sich auch zehn Jahre später wieder ansehen.“ 

Im Mai 2011 fuhr Jarek Plonka absichtlich in die Radarfalle. Nicht mal einen Monat später haben er und Jasmin Plonka geheiratet, inzwischen haben sie zwei Kinder und leben in Lüdenscheid. Über das große öffentliche Interesse an ihrer Hochzeitsgeschichte sind sie beide erstaunt.

Unterstützung hatte Jarek Plonka von einem Freund, „das Schild hätte ich nicht alleine während der Fahrt hochhalten können“. Und ein wenig Sorge wegen möglicher Konsequenzen hatte er auch: „Weil es mutwillig geschehen ist – aber er ist ja nicht da durchgekachelt. Und anscheinend haben die Behörden die Idee auch ganz gut gefunden“, sagt Jasmin Plonka und lächelt. 

Und obwohl der Blitzer-Antrag zu spät bei ihr ankam: „Die Überraschung ist gelungen. Und dass unsere Geschichte jetzt so viele Jahre später solche Kreise zieht, das ist wirklich verrückt – und schön.“

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