Antrag beim Märkischen Kreis

Taxifahrer wollen mehr Geld: So teuer soll es werden

+
Symbolbild

Lüdenscheid - Erstmals seit vier Jahren steht eine Erhöhung der Taxitarife zur Diskussion. Wir haben Zahlen.

Der Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen (VSPV) mit Sitz in Dortmund hat beim Märkischen Kreis einen entsprechenden Antrag gestellt. Das bestätigte VSPV-Geschäftsführer Jörg Beer auf Anfrage. 

Nach den Vorstellungen des Verbandes sollen die Beförderungspreise laut Beers Worten „moderat angehoben“ werden. Der Grundpreis steigt demnach für Fahrten tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr von 3,20 auf 3,50 Euro, nachts soll der Tarif für die Anfahrt von aktuell 3,50 auf 3,80 Euro klettern. 

Die Erhöhung des Kilometerpreises soll tagsüber 2 statt 1,80 Euro und nachts 2,10 statt 1,90 Euro betragen. Eine Stunde Wartezeit für den Fahrer soll künftig mit 36 statt wie bisher mit 33 Euro berechnet werden.

Letzte Erhöhung trat vor vier Jahren in Kraft

Der Antrag des VSPV liegt laut Beer seit September vergangenen Jahres im Kreishaus. Im November habe die Verwaltung an der Heedfelder Straße in Lüdenscheid angekündigt, die Tariferhöhungen zu prüfen. 

Für die neue Preisgestaltung spricht nach Beers Worten eine Reihe von Gründen. Die letzte Erhöhung der Fahrpreise sei am 1. Januar 2015 in Kraft getreten. „Seitdem ist in dieser Hinsicht nichts mehr passiert. Gleichzeitig haben unsere Mitglieder in vielen Bereichen allgemeine Preissteigerungen hinnehmen müssen, ohne sie an die Kunden weitergeben zu können.“ 

Einen großen Anteil macht demnach die Anhebung des Mindestlohns um rund zehn Prozent aus, so Jörg Beer. Kraftstoff sei in diesem Zeitraum durchschnittlich um 11,72 Prozent teurer geworden, die Anschaffung von Fahrzeugen um 5,8 Prozent. 

„Die Kosten für Instandhaltung der Autos, für Wartung, Reparaturen und Wäsche sind sogar um 13,5 Prozent gestiegen.“ Das sei für die Mitglieder ohne eine neue Tarifstruktur nicht mehr tragbar.

"Die Preissteigerungen sind nicht mehr tragbar"

Angesichts der vergleichsweise guten Arbeitsmarktlage ist es nach Erfahrungen des VSPV für die Taxi-Unternehmer trotz gestiegenen Mindestlohns zunehmend schwierig geworden, geeignete Fahrer zu finden. Beer: „Viele Beschäftigte fangen dann doch lieber bei Aldi oder anderen Arbeitgebern an.“ 

Ein weiteres Problem: Vor allem in großen Städten mischt der amerikanische Dienstleister Uber seit 2009 auch die deutsche Taxi-Branche auf. Jörg Beer sieht die Gefahr, dass die Politik „das Personenbeförderungsrecht aufweichen“ will. „Damit wird das Gewerbe vernichtet, auch der Öffentliche Personennahverkehr wird kaputt gemacht.“ 

Im Kreisgebiet spielt Uber nach Beers Worten allerdings noch keine Rolle. Derzeit prüft die Kreisverwaltung den Antrag des VSPV. Dessen Geschäftsführer hofft, dass die Politiker der Fahrpreiserhöhung im Frühjahr zustimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare