Lønneberga vor Wiedereröffnung

Leise rauchen ist erlaubt, Getränke und laute Gespräche aber nicht vor dem Cafe Lönneberga.

Lüdenscheid - „Es ist bedauerlich, dass man einen Antrag braucht, um die Leute an einen Tisch zu bringen“, fand CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling, doch letztlich billigte der gesamte Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt den Antrag der SPD zum Thema Café Lønneberga.

Darin werden alle Beteiligten der vorübergehenden Schließung, also Ordnungsamt, Beschwerdeführer und Betreiber der Szene-Kneipe aufgefordert, sich zu einem Gespräch zusammenzusetzen und zu Lösungen zu kommen, die der Gaststätte den Bestand ermöglichen, ohne den Nachbarn den Schlaf zu rauben. Dies sei eben der „Zielkonflikt“, wie Martin Haase vom Ordnungsamt erläuterte, das die Betreiber nach „etwa fünf bis zehn“ telefonischen und einer schriftlichen Beschwerde zum Gespräch gebeten hatte.

Als „Vorladung“ hat dabei Steffen Schulte-Lippern den Termin in Erinnerung, bei dem als letzte ordnungsrechtliche Konsequenz auch die Entziehung der Konzession benannt worden sei, wie er im LN-Gespräch sagt.

Keine Messungen, keine Verfügungen

Direkte Weisungen oder Verfügungen aber habe es im Fall Lønneberga nicht gegeben, machte Haase am Mittwoch gegenüber der Politik deutlich – allerdings auch keine Schallmessungen, wie Gordan Dudas (SPD) erfuhr. Das aber wäre aus seiner Sicht das Mindeste gewesen, denn in der Konsequenz hatte die Gaststätte eben ihre Türen zunächst einmal geschlossen.

Jederzeit gesprächsbereit

Anfang September soll es nun weitergehen, sagt Schulte-Lippern, der sich ausdrücklich jeder Diskussion stellen will: „Wir sind doch für jede Hilfestellung dankbar. Wir wollen gar keinen Streit.“ Doch gleichzeitig ist er in Sorge, dass die Attraktivität des Lokals leidet, wenn er nur noch zwölf Veranstaltungen im Jahr auf die Beine stellen kann. „Wir haben viele Anfragen von Bands“, mit zwölf Events im Jahr werde man sich kaum als Szene-Treff profilieren können. Das aber sei das Ziel. Man wolle keine Säuferkneipe sein, sondern genau das, was das Integrierte Handlungskonzept für die Altstadt in Sachen lebendiger Gastronomie auch vorhabe, umreißt er sein Konzept.

Dabei ist ihm klar, dass es schwierig wird. „Das Thema wird extrem unterschätzt“, sagt er mit Blick auf die gesamte Entwicklung von Gastronomie in der Altstadt. Für das Lønneberga jedenfalls gibt es einen Schallschutz-Vorhang und Aufkleber, die die Gäste auf die Probleme hinweisen. - flo

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