Politik will Beratungsstellen halten

Debatte im JHA um die Zukunft der Beratungstellen mit Ausschussvorsitzender Tanja Tschöke und Jugendplaner Werner Giet.

Lüdenscheid - Abgestimmt wurde noch nicht. Doch die Ratsmehrheit der Ampel hat mit einem haushaltsrelevanten Antrag im Jugendhilfeausschuss (JHA) am Dienstagabend ein Zeichen für den Erhalt der Beratungsstellen gesetzt, die in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe tätig sind.

Im Zusammenhang mit der Vorstellung der Arbeit der

- Anonymen Drogenberatungsstelle

- der Beratungsstelle für Erwachsene, Kinder und Jugendliche des Diakonischen Werks an der Lessingstraße

- der Beratungsstelle für Familie und Schulpsychologie und

- des Märkischen Kinderschutz-Zentrums

drängen SPD, Grüne und FDP darauf, auf für das Jahr 2016 vorgesehene Zuschussreduzierungen zu verzichten. Dabei geht es um eine Kürzung bei den Beratungsstellen in Höhe von 50 000 Euro und 75 000 Euro in der offenen Jugendarbeit. Die Gegenfinanzierung soll aus erwarten höheren Einnahmen bei der Umsatzsteuer erfolgen.

Im Fachausschuss mit besonderer Funktion als bestandteil des Jugendamts hätte der Ampel-Vorstoß mühelos eine Mehrheit bekommen. Ausschussvorsitzende Tanja Tschöke entsprach allerdings der Bitte der CDU, die Tischvorlage noch in den Fraktionen beraten zu können.

Was der Einschnitt bedeutet, machten die Leiter der Einrichtungen bei der Vorstellung ihrer Arbeit an praktischen Beispielen deutlich. Vier gemeinsame Kernsätze zogen sich durch ihre Präsentation und lieferten den roten Faden – vom frühen Ansatz, der nachhaltigen Hilfe und der Schadensabwehr.

„Weniger geht nicht“ lautete die vierte These. Im Klartext: Der weitere Wegfall von Stellenkontingenten würde nicht nur qualitative Auswirkungen auf die ineinander verzahnten Hilfestrukturen haben, sondern den Bestand an sich gefährden.

Ansgar Röhrbein vom Märkischen Kinderschutzzentrum sieht für diesen Fall die vertraglichen Strukturen mit dem Klinikum gefährdet.

Die Beratungsstelle Lessingstraße finanziert eine Stelle allein über den Förderverein. Sinkt der Stellenbestand unter drei, würde die Beratungsstelle auch aus der Förderstruktur des Landes fallen, warnte Rendel Simon.

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