Deutliches Signal zum Antikriegstag

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Forderte den „Export von Frieden und Diplomatie“: Martin Sander (rechts) von der Friedensgruppe Lüdenscheid. Mit auf dem Bild: die Gewerkschafter Bernd Benscheidt (links) und Manfred Kunkel.

Lüdenscheid - Entschieden gegen Krieg und Waffenexporte. Und ebenso entschieden für Frieden und Völkerverständigung. Es war ein deutliches Signal, das da jetzt bei der Lüdenscheider Veranstaltung zum diesjährigen Antikriegstag ausgesandt wurde.

Rund 35 Besucher nahmen an der Gedenkstunde auf dem Friedhof Hühnersiepen teil, darunter auch russische Austausch-Studentinnen aus der Lüdenscheider Partnerstadt Taganrog. Es war übrigens das 50. Mal, dass in der Bergstadt eine Aktion anlässlich des Antikriegstages stattfand.

Über Themen musste diesmal nicht lange gerätselt werden. Die Situation in Nahost und in der Ukraine sowie die aktuellen Spannungen zwischen Russland und westlichen Ländern rückten automatisch in den Fokus. Die Botschaft der Veranstaltung wich dabei merklich von gängigen Betrachtungsweisen ab. Die Redner an diesem Tag geißelten Russland nämlich nicht als Feind und alleinigen Aggressor.

Auch russische Pädagogik-Studentinnen waren bei der Gedenkstunde dabei. Sie halten sich derzeit im Zuge eines Austausches mit der Gesamtschule in Lüdenscheid auf.

So erinnerte Martin Sander von der Lüdenscheider Friedensgruppe daran, dass „die Nato inzwischen an den russischen Grenzen steht. Das war einst undenkbar. Wir sollten nicht vergessen, welche Kriege die USA und die Nato-Länder in den letzten 25 Jahren geführt haben. Und aus der kriegerischen Vergangenheit werden keine Lehren gezogen.“ Sander auch an die russischen Austausch-Studentinnen gewandt: „Wir sind Freunde. Und Deutschland muss den Frieden und die Diplomatie exportieren, keine Waffen.“

Vor Sanders Auftritt hatten der Gewerkschafter und Friedensfreund Bernd Benscheidt sowie Liedermacher Rüdiger Drallmeyer mit ihren Beiträgen die Bedeutung des Antikriegstages und der Gedenkstätte Hühnersiepen thematisiert.

Traditionell wird mit dem Antikriegstag an das Grauen des Krieges und an den von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg erinnert. Getragen werden die jährlich bundesweiten Aktionen dabei maßgeblich von Friedensinitiativen und Gewerkschaften. Der Friedhof Hühnersiepen wurde deshalb als Veranstaltungsort ausgewählt, weil dort viele Russen und andere Ausländer begraben liegen, die während des Nazi-Terrors in Deutschland den Tod im Arbeitslager fanden.

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