Antikriegstag: Gäste aus Moskau und Niederlanden

LÜDENSCHEID ▪ Vor 70 Jahren begann Deutschland im Juni den Russlandfeldzug und im August die ersten Massenerschießungen von Juden in Osteuropa. Sie standen unter dem Kommando von Friedrich Jeckeln, der am 20. August 1940 das erste Arbeitserziehungslager der Nationalsozialisten in Lüdenscheid-Hunswinkel gegründet hatte.

Erst im vergangenen Jahr konnte erforscht werden, dass etwa 300 russische Kriegsgefangene am Ende des Krieges im Lazarett Baukloh starben. Ein Drittel wurde auf dem Nationalfriedhof der Niederländer in Einzelgräbern beigesetzt, zwei Drittel „verschwanden“ ohne Namen in Massengräbern auf dem evangelischen und dem katholischen Friedhof in Lüdenscheid.

In den Niederlanden wurde 2010 die Stiftung Russisches Ehrenfeld gegründet, welche Angehörigen der russischen Kriegsopfer bei der Reise zu den Gräbern hilft. Anlässlich des diesjährigen Antikriegstages und vor dem Hintergrund der neuen Forschungsergebnisse konnte die Friedensgruppe die Vorstandsmitglieder der Stiftung, für einen Besuch in Lüdenscheid gewinnen. Der in Moskau lebende Journalist Remco Reiding sowie Alex Engbers und Hayo Bootsma aus den Niederlanden werden am Samstag, 3. September, um 16.30 Uhr im CVJM-Jugendheim, Mathildenstraße 30, über ihre Arbeit berichten. Ihr Wunsch ist es, dass auch hier an die russischen Kriegsopfer aus dem Lazarett Baukloh erinnert wird und ebenfalls russischen Angehörigen bei dem Wunsch nach einem Besuch Hilfe geleistet werden kann. Anschließend wird auf dem Feld der gefallenen Soldaten des evangelischen Friedhofs der Verstorbenen gedacht.

Am Sonntag, 4.September, findet das alljährliche Gedenken anlässlich des Antikriegstages in Hühnersiepen wieder mit dem Gang vom Parkplatz um 10.30 Uhr und Musik- und Wortbeiträgen ab 11 Uhr an der Gedenkstätte statt. Hier werden die Gäste der Friedensgruppe, die ebenfalls für das Niederländische Institut für Kriegsdokumentation forschen, über den großen Wert der Erinnerung an die Kriegstoten der ehemaligen Feinde für den Frieden heute sprechen. Für den musikalischen Rahmen sorgt Rüdiger Drallmeyer. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

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